Voyage will Flotte erhöhen

Das Startup Voyage erhielt neues Kapital und will seine Flotte ausbauen. 

Das Jungunternehmen Voyage ist ein Ableger der Udacity und hat jüngst Geld vom Hersteller Jaguar Land Rover erhalten. Das Unternehmen fährt eine eigene Strategie, die offenbar erfolgreich ist.

Man baut Autonome Fahrzeuge die mit einer geringen Geschwindigkeit fahren und betreibt den Fahrservice in Seniorensiedlungen, wo wenig Verkehr herrscht. So in der Nähe von San José im US-Bundesstaat Kalifornien und bei Orlando im US-Bundesstaat Florida. Für die Nutzung vergibt Voyage einen kleinen Firmenanteil an die Betreiber des “The Villages” genannten Seniorendorfs. Die Fahrgäste hätten es sowieso nicht eilig und sind mit den vorsichtigen Fahrmanövern d’accord.

Der Chef des Unternehmens, Oliver Cameron, geht bei der Entwicklung behutsam vor und hat gar nicht vor Voyage zu einem der ersten Anbieter für Robotertaxis zu machen. Man hat sich noch nicht in Städte oder auf die Autobahn vorgewagt, damit lässt man sich noch Zeit – wie auch die Voyage-Fahrzeuge.

In Städten ist der Verkehr unübersichtlich und auf der Autobahn geht es um Sekunden. Beides bedeutet viel Rechenkapazität und vor allem ausgefeilte Algorithmen. Dahin will man auch kommen, doch nicht aus dem Stand. Nach und nach geht es um 40, dann 60 und mehr Stundenkilometer. Doch man setzt sich dafür keine Deadline, wie es in vielen Teilen der Branche üblich ist.

Das Konzept der geringen Geschwindigkeit ähnelt dem der Anbieter von Autonome E-Shuttles, wie EasyMile oder Navya. Zudem ist mir aufgefallen, dass Voyage die Gruppe der Senioren zwar zuerst entdeckt hat, aber nicht für sich alleine hat. Dazu kommen Menschen mit Behinderung. Das verleiht Prestige und gibt der Technik Vertrauen. Auch der deutsche Verkehrsminister, Andreas Scheuer, will das Ältere sich an Autonome Fahrzeuge halten, wenn auch aus gänzlich anderen Gründen. Denn sie sollten bei Fahrunfähigkeit den Führerschein abgeben, was Scheuer nicht will.

Diese Woche hat Voyage neues Kapital einsammeln können: 52 Millionen US-Dollar. 31 Millionen US-Dollar davon stammen von Jaguar Land Rover. Mit der Finanzspritze will man die neue Generation an Fahrzeugen angehen und die Flotte der Fahrzeuge der derzeitigen Generation vergrößern. Des Weiteren will man neue Leute einstellen.

Die neuen Fahrzeuge, so viel wird verraten, bestehen aus den Modellen Ford Focus und Chrysler Pacifica Minivans. Letztere verwendet auch der Branchenprimus Waymo für seine Fahrzeuge. Die dritte Generation an Fahrzeugen werden kosteneffizient und skalierbar sein.

Damit ändert sich die Strategie des Startups leicht und man plant den Service zu kommerzialisieren. Das soll als Abo-Dienst erfolgen. Für eine monatliche Gebühr soll man eine bestimmte Anzahl von Fahrten absolvieren können. Das Prozedere soll über eine App abgewickelt werden.

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