US-Bundesstaaten in Konkurrenz

In den USA konkurrieren die einzelnen Bundesstaaten um die Aufmerksamkeit der Autonomen Fahrzeugbranche.

Der erste US-Bundesstaat, in dem man das Autonome Fahren testen durfte, war Nevada. Schon bald schloss sich der Nachbarstaat Kalifornien an. Das entsprechende Gesetz in Kalifornien wurde im Hauptquartier von Google unterschrieben, eines der Unternehmen, die die Entwicklung auch rechtlich anschoben und das heute als Branchenprimus zählt.

Fahne der USA

Fahne der USA

Die Gesetzmäßigkeiten des Verkehrsrechts obliegen in den USA den einzelnen Bundesstaaten und inzwischen haben rund 30 Staaten ein entsprechendes Gesetz erlassen, die mehr oder weniger streng sind. Zwar gab es mehrere Anläufe für ein bundesweites Gesetz, das den Flickenteppich verhindern sollte, aber bisher scheiterte das Vorhaben.

In den letzten Jahren tat sich Michigan als Hotspot der Entwicklung hervor, da die gesetzlichen Bestimmungen relativ lax waren. Fast alle Branchenbeteiligten sind dort vertreten und Waymo hat dort auch eine Fertigungsstelle. Außerdem verfügt man über eine wichtige Forschungseinrichtung, die Universität von Michigan auf der man Fachwissen bündelt, und wo beispielsweise die M City steht. Außerdem liegt in dem Bundesstaat das Testfeld ACM.

Michigan wirbt auch damit, dass man im Norden auch im Schnee testen kann und das ist auch ein Grund, warum die ersten Robotertaxidienste nicht im Norden stattfinden. Denn die Fahrzeuge können immer noch nicht so recht mit winterlichen Verhältnissen umgehen. Sei es die Schneeflocke, die es zu erkennen gilt, oder die verschneite Fahrbahn, wo der Schnee die Fahrbahnmarkierungen verdeckt. Das Autonome Fahren ist derzeit noch ein Schön-Wetter-Phänomen.

Wenig strikt sind die Regeln im Sonnenstaat Arizona, wo Waymo seinen Robotertaxidienst startete. Nevada verfügt übrigens ebenfalls über einen Robotertaxidienst, konkret in Las Vegas. Dieser wird durch Aptiv und Lyft bereitgestellt. In Arizona und Nevada gibt es keinen Schnee und auch Regen ist eher selten. Nach dem tödlichen Uber-Unfall gab es in Arizona einige Maßnahmen zur Straffung der Regeln, dennoch sind hier viele Branchenbeteiligte vertreten. So auch TuSimple, die in diesem Bundesstaat automatisierte Lkws über die öffentlichen Straßen fahren lassen.

Das Unternehmen ist, wie einige andere, auch in Texas anzutreffen. Auch dieser Bundesstaat hat seine Regeln für das Testen der Fahrzeuge recht légère gestaltet. So sind hier neben TuSimple auch das Startup Drive.ai, das mittlerweise zu Apple gehört, oder Kodiak Robotics vertreten. Im Vorfeld hatte man eine Task Force zu dem Thema geschaffen, die den Unternehmen hilft.

Erst seit Juni zählt der US-Bundesstaat Florida ebenfalls zu den Staaten, in denen das Autonome Fahren getestet werden kann. Derart hat bereits Starsky Robotics einen Lkw-Test durchgeführt und Ford testet das Autonome Fahren in Pkws in Miami. In Kürze eröffnet ein Testareal in Florida, das zwischen Orlando und Tampa liegt. Es herrscht offenbar bereits großes Interesse daran. Die Eröffnung ist für September geplant, wobei es nur einen Teil des Geplanten umfasst. Bis 2023 soll das Projekt in Gänze fertiggestellt sein. Von der Idee her, erinnert es stark an das oben erwähnte Testfeld ACM in Michigan, aber man muss dort keine fünf Millionen US-Dollar bezahlen, um besondere Testrechte zu haben.

Die Bundesstaaten überbieten sich in der reduzierten Regulierung und investieren Millionen in die Testbedingungen, um die Branche und das Zukunftspotenzial zu sich zu holen. Es geht also darum, die Industrie an sich zu binden und damit Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Aufschwung zu platzieren.

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