Car-Sharing vs ÖPNV

Das Privatauto ist das Problem und das kann Car-Sharing, gemäß der Studie von A.T. Kearney, nicht lösen.

Car-Sharing sollte einer der Lösungsansätze für den Verkehrsinfarkt in den Metropolen sein. Man versprach sich damit eine Reduktion der privaten Autos. Doch eine Studie von A.T. Kearney mit dem vielsagenden Namen “The Demystification of Carsharing” zeigt auf, dass dem nicht so ist.

DriveNow Fahrzeug

DriveNow Fahrzeug

Nicht nur die Premiumhersteller wie BMW oder Mercedes-Benz ging den Weg des Car-Sharings. Es brauchte Alternativen für die Verkehrswende, es brauchte Abhilfe angesichts des zunehmenden Verkehrs und es brauchte neue Konzepte im alten Mief der Verkehrsluft. Viele Hersteller wollten gleich von Anfang an dabei sein, denn so kann man sich den Markt sichern.

Es war eigentlich auch klar, dass man erst investieren muss, bevor man die Früchte ernten kann. Dass dies gar nicht so einfach sein wird, zeichnete sich bereits ab, als BMW und Daimler ihre Mobilitätsdienste zu Jurbey vereinten. Die Nutzungszahlen stiegen und diese Prognosen treffen denn auch zu. Doch blieben die Profite und vor allem die Reduktion der privaten Pkws unter den Erwartungen.

Die Studie von A.T. Kearney, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, zeigt auf, dass nicht die privaten Autos verschwinden, sondern das Car-Sharing nimmt dem ÖPNV die Leute weg. Aber gerade diese Mobilität ist besonders umweltfreundlich. Außerdem ist das Konzept ausschließlich für Metropolen geeignet, denn es brauche die kritische Bevölkerungsdichte von 3.000 Menschen auf den Quadratkilometer.

Und selbst dann ist die Marge eher gering einzustufen, denn die Konkurrenz ist hoch. Sixt, das früher mit bei DriveNow mitmachte, spitzt die Marge mit seinen Aktionen zu.

Der Studie nach kommt es, selbst wenn die Privatautos wegfielen, zu einer Fahrzeugverringerung von fünf Prozent. Diese Erkenntnis gelte für alle Flächenstaaten der EU. Einer der Gründe dafür ist, dass die Menschen vor allem bequem sind. Das Auto soll gleich um die Ecke stehen. Ähnliche Erfahrungen machte auch Lyft mit seinem Robotertaxidienst in Las Vegas.

Angesichts des Parkraums und der Staugefahr würden zusätzliche Fahrzeuge die Abgasbelastung erhöhen. Es gibt vor allem mehr Fahrten durch die Parkplatzssuche. Die Lösungen bleiben offenbar die Altbekannten: Fahrrad, Fußverkehr und der ÖPNV.

,

Comments are closed.