Infrastrukturmaßnahmen – mit oder ohne Autonomes Fahren?

Seit Langem wird in den USA oder auch in Deutschland über eine Infrastrukturerneuerung nachgedacht. Doch was ist mit dem Autonomen Fahren?

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA müssten Milliarden in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Dabei stellt sich die Frage, sollte man hierbei bereits auf das Autonome Fahren Rücksicht nehmen. Eine Frage, die man sich in vielen Ecken der Welt stellt.

Strasseninfrastruktur Berlin

Strasseninfrastruktur Berlin

Es gab in den USA sogar Überlegungen, das Gesetz zum Betreiben und Testen automatisierter Fahrzeuge mit dem Infrastrukturgesetz zu kombinieren. Doch es kam nicht dazu, das Bundesgesetz für das Autonome Fahren in den USA ist immer noch nicht ratifiziert. Die Zusammenhänge zwischen beiden Vorkommnissen werden offenbar wahrgenommen.

In Bad Birnbach wurde jetzt eine Möglichkeit gefunden, ein Autonomes E-Shuttle auf der Landstraße fahren zu lassen. Sobald es unterwegs ist, ist der umliegende Verkehr angehalten, die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu drosseln. Doch es gibt auch Vorschläge, die eigene Spuren für die Fahrzeuge vorsehen. Der Mix aus manuellen und autonom gesteuerten Fahrzeugen birgt denn auch neue Schwierigkeiten.

Schon nach bisherigen Kriterien, ohne automatisierte Fahrzeuge einzuplanen, müssen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hohe Summen in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden. In den USA schätzt man die Summe auf über eine Billionen US-Dollar. In Deutschland sieht es ähnlich aus: Milliarden für die Bahn, Milliarden für die Straße und Billionen für die digitale Infrastruktur stehen als Forderungen im Raum.

Die Investitionen wären nötig, um an der Spitze der Entwicklung zu bleiben. Wenn man aber extra Fahrspuren für Autonomes Fahren, entsprechende Schilder und die Vernetzung der Verkehrsinfrastruktur bedenkt, erhöht sich die Zahl schnell. Man denke nur an die Ampeln. Sollten X-Millionen Ampeln in Deutschland vernetzt werden, würde das weitere Zig-Milliarden Euro kosten und Jahre dauern.

Aber wäre man dann fit für die Zukunft? Vielleicht, kann nur die Antwort sein, denn niemand kann in die Zukunft schauen. In den letzten Jahren war man davon überzeugt, dass die Vernetzung in Form von WLAN kommt und das hatte die EU auch schon beschlossen. Doch es gab Druck vonseiten der Industrie und auch vom deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer. Jetzt ist der Mobilfunk vor dem Hintergrund von 5G im Gespräch.

Wie lange die Entwicklung des Autonomen Fahrens noch braucht, kann auch nur geschätzt werden. Vor dem Hintergrund der klimabedingten Verkehrswende und der E-Mobilität, stellt sich die Frage, welche Rolle wird das Privatauto künftig spielen? Braucht es Geld für die Ladesäulen und wie muss der ÖPNV ausgebaut werden. Wird der ÖPNV automatisiert?

Es stehen viele Ausgaben an, das scheint soweit schon mal sicher zu sein. Die richtigen Prioritäten müssen nun gesetzt werden, um der Zukunft gerecht zu werden. Das Autonome Fahren braucht eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur, sonst kann sie kaum umgesetzt werden. Das Testfeld in Berlin kostete schon Millionen und ist keine vier Kilometer lang.

In den USA überlegt man sogar, das Benzin höher zu besteuern, um die Mittel für die Infrastruktur zu erhalten. Doch wie kann das Geld zusammen kommen, wenn sich die E-Mobilität durchsetzt. Einige sprechen von einer Maut, jedoch wissen wir aus Deutschland, dass das nach hinten losgehen kann.

Und dann ist die Frage nach dem Belag der Straßen. Denn heute gibt es mehr als nur Teer. Der Belag kann schon seit Jahren das Bremsen erleichtern, das Aquaplaning verhindern und die Verkehrsgeräusche reduzieren. Inzwischen kann der Belag in Verbindung mit Straßenlaternen mit Sensoren ausgestattet werden, als Grid für die Stromverteilung herhalten oder sogar Strom durch Sonnen- oder Bewegungsenergie generieren.

Es gibt viele Ansätze und man sollte sich schon heute für eine nachhaltige und sichere Infrastruktur entscheiden.

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