Telekom macht Werbung für 5G als Grundlage für Autonomes Fahren

Die Deutsche Telekom wirbt für 5G als Vernetzungsstandard beim Autonomen Fahren.

Mit dem Titel “5G Netz als Grundlage für autonomes Fahren” (Quelle) wirbt der Telekommunikationsanbieter für den Mobilfunk (C-V2X) in Form von 5G. Dabei gibt es durchaus Alternativen.

Funkmasten

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Die EU verabschiedete bereits einen Vernetzungsstandard und dieser war WLAN. Dieser Standard wurde aber auf Druck der Industrie und auch des deutschen Verkehrsministers Andreas Scheuer wieder zurückgenommen. Denn er steht in Konkurrenz zum Mobilfunk.

Es gründete sich sogar eine Vereinigung, 5G Automotive Association (5GAA), die angesichts der 5G-Entwicklung, auf den Mobilfunk als Vernetzungsoption beharrte. Es gab verschiedene Demonstrationen, dass die Vernetzung mit dem Standard funktionieren würde. Das war beim WLAN bereits klar.

Die neuerliche Werbung für 5G als Standard beim Autonomen Fahren verweist auf die Schnelligkeit. Eine Studie aus Alabama stellte fest, dass beide Formen (in den USA setzt man auf den WLAN-ähnlichen Standard DSRC) eine ähnliche Übertragungsqualität haben.

Der Unterschied der beiden Systeme besteht in der Reichweite. Der Mobilfunk kann sicherlich weiter senden, braucht dafür aber auch eine entsprechende Infrastruktur. Eine weitere Studie aus den USA bezeichnete den DSRC-Standard daher als günstigere Variante.

Bei der Vergabe der 5G-Frequenzen wurden Bedingungen gestellt. Dazu zählt die Etablierung des Mobilfunks an Autobahnen, Bundesstraßen und Schienenwegen. Die Telekom bewirbt das nun so, als würde man das tun, um das Autonome Fahren voranzubringen. Tatsächlich aber, klagte das Unternehmen – wie die anderen auch – dagegen. Für die Umsetzung arbeitet man übrigens mit der 5GAA zusammen.

Die geringe Latenzzeit des Mobilfunkstandards 5G erlaubt sogar eine Fernsteuerung der Fahrzeuge. Diese liegt beispielsweise auf dem Testfeld der A 9 bei 20 Millisekunden. Damit würde ein Auto mit 100 Stundenkilometer nur 60 Zentimeter zurücklegen, bis das Signal kommt.

Die Fernsteuerung gilt derzeit als Mittel der Wahl, sollte die Künstliche Intelligenz im Auto nicht mehr weiter wissen oder wenn Sensoren ausfallen. Dafür nutzt man auch das sogenannte Network Slicing. Das bedeutet, dass Daten für die Fernsteuerung gegenüber beispielsweise dem Infotainmentangebot priorisiert werden.

Die Telekom hat 2,2 Milliarden Euro in die Frequenzversteigerung investiert. Weitere Milliarden kommen durch den Ausbau der Infrastruktur hinzu.

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