WLAN (DSRC) ist EU-Standard

Die EU-Kommission hat sich für die Übertragung via WLAN als Standard ausgesprochen.

Schon im März hat die EU in erster Instanz beschlossen, die Funkübertragung via WLAN zum Standard zu erheben. Nun hat auch die zweite Instanz diese Wahl getroffen.

Cadillac DSRC Vernetzung in Serie

Cadillac DSRC Vernetzung in Serie. Quelle: GM.

Mit dieser Wahl sind nicht alle glücklich, denn darin ist die Autoindustrie gespalten. Einige Hersteller haben auf den Mobilfunk als Standard gesetzt. Vor allem vor dem Hintergrund des neuen Mobilfunkstandards 5G haben sich einige Hersteller darauf versteift. Doch die EU hat sich nun für WLAN entschieden, was auch den DSRC Standard umfasst.

Auch die deutsche Autoindustrie ist in der Vernetzungsfrage gespalten. So befürwortete vor allem Volkswagen die WLAN-Übertragungsart, während BMW und Daimler 5G (C-V2X) favorisierten. Selbst innerhalb des Volkswagenkonzerns war man sich diesbezüglich nicht einig, denn Audi wollte ebenfalls 5G durchgesetzt sehen. Aber auch weltweit zieht sich der Graben zwischen WLAN (DSRC) und Mobilfunk.

Nun müssen noch die einzelnen Länder der EU dem Funkstandard zustimmen, wobei man keine Überraschungen erwartet. Somit werden sich die Autos in Europa über WLAN untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur “unterhalten”. Dass man sich für den WLAN Standard entschieden hat, hat mit der Tatsache zu tun, dass dieser bereits eine Weile existiert und direkt umgesetzt werden kann. Aber auch mit 5G wurde experimentiert und weltweit erfolgreiche Tests durchgeführt.

WLAN übermittelt das Signal via DSRC über kurze Distanzen, während der Mobilfunk große Entfernungen überwinden kann. DSRC braucht daher Relais-Stationen, wofür man die Autos selbst nutzt. Der Mobilfunk muss – vor allem bei 5G – erst noch etabliert werden und gerade in Deutschland gibt es viele Funklöcher. So haben beide Standards ihre Vor- und Nachteile.

Vor allem BMW ist gegen den WLAN-Standard Sturm gelaufen und sprach von einer Übergangslösung. Der Weg der Fahrzeugvernetzung führe langfristig nicht an 5G vorbei, so der Hersteller aus Bayern.

Die Zulieferer haben bereits eine Lösung für das Dilemma erarbeitet – eine Einheit, die die Kommunikation über beide Kanäle erlaubt. Diese Systeme wurden auf der letzten CES von Bosch, Continental und Valeo vorgestellt.

Quelle

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