EU-Vernetzungsstandard gekippt

Es galt fast als ausgemacht, aber nun ist es wieder vom Tisch: WLAN (DSRC) als Standard für die Fahrzeugkommunikation.

Im April hatte die EU verkündet, dass WLAN der neue Kommunikationsstandard bei der Fahrzeugvernetzung sein wird. Doch nun macht man einen Rückzieher. WLAN (oder auch DSRC oder ITS-G5 genannt) konkurriert mit dem Mobilfunk (C-V2X) als Kommunikationsstandard.

Funkmasten

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Vor allem BMW und die Deutsche Telekom stellten sich gegen die EU-Entscheidung und kurz darauf auch der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Entscheidung wurde im Mai verschoben und nun haben sich die EU-Länder gegen WLAN (pWLAN oder DSRC) entschieden.

Einer Studie aus Alabama nach ist die Latenz bei den beiden Standards fast gleich. Jedoch zeigte sich auch, dass der Mobilfunk einfacher zu konfigurieren sei und dass Updates einfacher einzuspielen seien. In den USA hat man sich noch nicht festgelegt, aber es deutet viel darauf hin, dass DSRC hierbei nicht zum Zuge kommt.

Nun wird sich vermutlich die Vernetzung via Mobilfunk in Form von C-V2X durchsetzen. Das hat vor allem vor dem Hintergrund von 5G eine besondere Bedeutung. Angesichts der großen Funklöcher in Deutschland könnte das allerdings zum Problem werden, obwohl Deutschland sich gegen WLAN gestellt hatte.

Jedoch hatte sich Volkswagen schon frühzeitig auf WLANp als Vernetzungsstandard festgelegt und muss nun zurückrudern. Denn man wollte bereits ab diesem Jahr die Fahrzeuge damit ausstatten.

In China setzt man vor allem auf den Mobilfunk, was aber auch mit der Datenaggregation zusammenhängen könnte, für die China bekannt ist.

Der wesentlichste Unterschied zwischen den beiden konkurrierenden Standards ist die Reichweite. Während der Mobilfunk große Distanzen zurücklegen kann, ist der WLAN-Standard nur für Kurzstrecken gedacht. Die Autos sollten dabei als Relaisstationen dienen.

Die offizielle Entscheidung dürfte heute anstehen, so Reuters.

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