Testfelderöffnung in Berlin

Am gestrigen Donnerstag wurde in Berlin das Testfeld DIGINET-PS eröffnet.

Gestern versammelten sich Medien, Politprominenz und Wissenschaft auf dem Ernst-Reuter-Platz in Berlin. Dort wurde am Nachmittag das Testfeld mit einem symbolischen Knopfdruck gestartet.

Testfelderoeffnung Berlin

Testfelderoeffnung Berlin

Zuvor gab es eine Pressekonferenz mit dem Projektleiter, Prof. Dr. Dr. h.c. Sahin Albayrak, der Teststrecke, die von TU Berlin eingerichtet wurde. Vor allem das Institut DAI, dessen Leiter Prof. Albayrak ist, ist hieran beteiligt.

Pressekonferenz TU-Berlin zur Teststrecke Berlin

Pressekonferenz TU-Berlin zur Teststrecke Berlin

Bei der Pressekonferenz wurde das Projekt erklärt und dass es neben der Automatisierung der Fahrzeuge auch um die Vernetzung geht. Die fünf eingesetzten Fahrzeuge können jeweils rund 50 Meter weit blicken, was eine Reihe von Sensoren – darunter auch Lidar – ermöglichen. Entlang der 3,6 Kilometer langen Teststrecke, die vom Ernst-Reuter-Platz zum Brandenburger Tor führt, befinden sich alle 800 Meter Sensoreneinheiten, die die Daten der Strecke erfassen und senden. Derart können Fahrzeuge erfasst und die Daten an die Testfahrzeuge weitergegeben werden. Dabei verweist man darauf, dass man die DSGVO eingehalten wird. Die Übermittlung erfolgt mittels WLAN, aber im Laufe der Zeit will man auf 5G umsteigen.

Dass man das Projekt erst nun einweiht, obwohl es schon letztes Jahr soweit gewesen sein soll, hat vor allem mit dem Denkmalschutz entlang der Straße zu tun. Die Sensoren wurden an Gebäuden angebracht, die oftmals unter Denkmalschutz stehen. Außerdem zieht sich die Teststrecke durch zwei Bezirke, deren Belange ebenfalls berücksichtigt werden mussten.

Neben der Automatisierung und der Vernetzung, werden durch die Messstellen weitere Daten erfasst. Dazu gehören das Parkplatzangebot und die Luftqualität. Bei der Eröffnung erklärte der Projektleiter, Prof. Albayrak, dass trotz der guten Durchlüftung am Ernst-Reuter-Platz immer wieder Grenzwerte erreicht werden. Inzwischen hat man auch herausgefunden warum: Die Lkws sind schuld daran.

Die Fahrzeuge auf der Teststrecke können ihre Umgebung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit klassifizieren. Sie erkennen dank eingebauter Sensorik Tiere, Menschen, Radfahrende und andere Autos. Bei einer aufgezeichneten Version konnte man sehen, dass die Erkennung sogar zwischen Rad und Person auf dem Rad unterscheiden kann.

Übrigens sollte man vermeiden, ein solches Fahrzeug in einen Unfall zu verwickeln – vor allem ein Auffahrunfall von hinten kann kostspielig werden, da dort die gesammelte Technik integriert ist. Ein Unfall von hinten könnte einen Schaden in Höhe von über hunderttausend Euro verursachen.

Zur Sicherheit befinden sich immer Fahrende an Bord der Testfahrzeuge. Das ist schon aus rechtlichen Gründen notwendig, so der Projektleiter Albayrak.

Nach der Eröffnung fuhren der Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, und der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, gemeinsam die Strecke ab.

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