NHTSA und die Kabinen-Daten von Tesla

Tesla-Innen
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Für die Bewertung des Autopiloten-Systems von Tesla verlangt die US-Behörde NHTSA Antworten zu der Kamera in der Kabine der Fahrzeuge.

Bereits letzten Donnerstag hat die US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) den Autohersteller Tesla aufgefordert, Antworten zur Kabinen-Überwachung in den Fahrzeugen zu geben. Tesla hat dafür bis 12. Oktober Zeit.

Die US-Behörden haben in den Druck auf Tesla in der jüngsten Zeit erhöht. Dabei geht es um die Sicherheit des Assistenzsystems von Tesla. Zunächst hieß es Autopilot und inzwischen gibt es zwei Versionen davon, eine heißt FSD – das für Full Selfdriving steht. Die Begrifflichkeiten sind Teil der Kritik an Tesla. Vor allem, da es inzwischen mehrere Tote gibt und immer wieder vernachlässigen die Tesla-Fahrenden die Kontrolle. Teils denken sie, das Fahrzeug wäre tatsächlich in der Lage, von selbst zu fahren. Außerdem gab es immer wieder Unfälle mit Einsatzfahrzeugen.

Um die Sicherheit des Systems zu bewerten, möchte die NHTSA nun Informationen zu der Überwachung in der Fahrkabine der Fahrzeuge. Die US-Behörde hat dem Hersteller einen neunseitigen Brief mit Fragen zugesendet, die Tesla bis zum 12. Oktober beantworten muss. Dabei geht es um die Rolle der Kabinenkamera bei der Durchsetzung der Aufmerksamkeitsprüfung. Laut Tesla kann die Kabinenkamera die Unaufmerksamkeit der Fahrenden erkennen.

Die Tesla-Fahrenden müssen eine Hand am Lenkrad haben. Nimmt man die Hand runter, ertönt ein Alarm. Einen zusätzlichen Aufmerksamkeitscheck wollte die Führung von Tesla zunächst vermeiden. Um sich dennoch anderen Dingen zu widmen, gab es anfangs den Autopilot Buddy – ein Programm, das diesen Warnton unterbindet. Das System wurde 2018 verboten.

Die NHTSA ist in der Lage, einen Rückruf der Fahrzeuge anzuordnen. Im schlimmsten Fall wären alle 830.000 Tesla-Fahrzeugen davon betroffen, die über einen solchen Autopilot-Assisten verfügen.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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