Arizona nach dem tödlichen Unfall & ein Kommentar

In Arizona überlegt man nun die Testbestimmungen zu verschärfen. Ein Bericht und mein Kommentar.

Der tödliche Unfall mit einem automatisierten Uber Fahrzeug, das von selbst fuhr, führt zu Diskussionen über Testbeschränkungen; auch in Deutschland.

Semantische Strassenszene Hella Aglaia

In Deutschland darf man auf bestimmten Strecken mit Autonomen Fahrzeugen auf der öffentlichen Straße fahren. Der neue Verkehrsminister hat bereits angekündigt, dass sich daran nichts ändern wird.

So verhält sich die Lage auch in dem US-Bundesstaat, in dem der Unfall geschah. Arizona ist gleich neben Kalifornien gelegen und löste mit den lockeren Testbestimmungen einen Run auf den Bundesstaat aus. In Arizona darf man nicht nur überall testen, sondern auch ohne Überwachungspersonal an Bord. Das wird allerdings ab kommendem Monat auch in Kalifornien möglich sein.

Genau diese lockere Haltung Arizonas gegenüber der Technik wird nun kritisiert, während die Regeln in Kalifornien sogar von der Bundesbehörde NHTSA zu strikt angesehen wurden und ein Startup hat aus Protest gar die Arbeit eingestellt. In Kalifornien müssen die testenden Firmen außerdem einen Unfall- und Ausfallbericht abgeben, der regelmäßig veröffentlicht wird.

Das und weitere verschärfte Regeln muss man in Arizona nicht befürchten, was zu einem Aufkommen von immerhin 600 Autonomen Fahrzeugen im Arizona geführt. Im Vergleich: In Kalifornien fahren 365 Autonome Autos herum. In dem “Wüstenstaat” Arizona herrscht es aber auch nur eine wenig dichte Besiedlung vor und das Wetter ist ganzjährig warm.

In Arizona testen nicht nur Uber und Waymo (Google), sondern auch Intel, General Motors und einige Startups. Im Vorort Chandler testet Waymo seinen Roboterfahrdienst bereits ohne Überwachungspersonal an Bord. In Arizona, so der Governor, will man an den lockeren Bedingungen festhalten.

Man muss aber auch hinzufügen, dass die bisherige Untersuchung gezeigt hat, dass ein Mensch den Unfall nicht verhindern hätte können. Ein Computer kann das vielleicht irgendwann, wenn man die Technik weiter testet. Jeden Tag sterben tausende Menschen weltweit im Straßenverkehr, ohne die mediale Aufmerksamkeit, die das Uber Fahrzeug nun hat. Für all diese Menschen, und das ist meine Meinung, muss die Entwicklung weiter gehen.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren und berichte auch auf anderen Seiten, wie dem Smart Mobility Hub, darüber. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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