FCA wird wegen Software verklagt

Der Hersteller Fiat Chrysler wird wegen eines Software-Fehlers verklagt.

Es ist eine Sammelklage, die gegen den Fiat-Chrysler Konzern gerichtet ist und es geht um die von Waymo genutzten Chrysler Pacifica Minivans. Die Klage ist im US-Bundesstaat Kalifornien anhängig und formierte sich bereits im Dezember letzten Jahres. Nun wurde sie zugelassen.

Chrysler Pacifica

Chrysler Pacifica

Die Anklage vertritt die Auffassung, dass der Autohersteller trotz bekannter Probleme mit dem Modell Pacifica das Fahrzeug weiter verkaufte und die Schwierigkeiten geheim hielt. Konkret geht es um die Software des Powertrain Control Moduls (PCM) in den Modellen und das meint die elektrische Steuerung, Regulierung und Überwachung des Motors.

Bisher verwehrte sich Fiat Chrysler gegen die Klage mit der Begründung, dass man nicht beweisen könne, dass die Fehler vom Fahrzeug stammen. Auch ein Wissen darüber weist das Unternehmen zurück. Das Gericht war der Argumentation von Fiat Chyrsler zunächst gefolgt. Die Beschwerden alleine seien noch kein Beweis für einen Mangel.

Doch nun hat man die Klage zugelassen, da Fiat Chrysler vor und nach dem Verkauf der Fahrzeuge Servicemitteilungen zu der PCM Software veröffentlicht hat. Das gab Anlass zu glauben, dass man doch etwas von einem Softwarefehler wußte. Es sei zumindest “plausibel” so die richterliche Instanz.

Schon vor der Klageerhebung hatte zudem eine Sicherheitsorganisation – das Center for Auto Safety – eine Rückrufaktion von der zuständigen Behörde NHTSA verlangt. Das Modell Chrysler Pacifica war betroffen und die Grundlage waren Beschwerden von über 50 Fahrenden, dass das Fahrzeug bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten plötzlich nicht mehr beschleunigte und in den Leerlauf überging.

Kurz darauf und zwar bereits nach der Klage rief der Konzern 154.000 FCA Fahrzeuge des Modells Pacifica zurück. In der Rückrufbegründung hieß es dazu, dass der Motor ohne Warnung plötzlich ausgehen kann, ohne eine entsprechende Rückmeldung in Form einer Störungsleuchte oder einer Diagnose. Dabei, so FCA, ging es um Probleme bei niederen Geschwindigkeiten und im Stillstand. Man installierte daher einen Patch für die Motorensteuerung.

Doch auch dieses Update löste das Problem nicht in Gänze, wohlgleich aber in den meisten Fällen. Ausgelöst wurde das Procedere, so FCA, ob der Nachricht eines Kunden. Ob dieser Kunde auch mit dem Antrag zum Rückruf bei der NHTSA beteiligt war, ist nicht klar.

Im Kern geht es bei dem nun anstehenden Prozess also um die Frage, wie schnell Hersteller ihre Softwareprobleme offen legen müssen. Seit 2016 waren 15 Prozent der Rückrufe in den USA auf Software-Fehler zurückzuführen – mit steigender Tendenz.

Quelle (englisch)

,

Comments are closed.