Studie: Autonomes Fahren könnte Fahrzeiten erhöhen

Strasse bei Nacht
Strasse bei Nacht

Die Vernetzung macht den Unterschied: Warum autonomes Fahren die Fahrdauer erhöhen kann.

Eine neue Studie zeigt, dass vernetzte Fahrzeuge, die drahtlos Daten miteinander teilen, die Fahrdauer an Kreuzungen signifikant vermindern können. Wie steht es jedoch um die aber automatisierten Fahrzeuge, die nicht vernetzt sind? Sie können tatsächlich die Fahrzeit an Kreuzungen erhöhen.

Viele Forschungsergebnisse zeigen, dass automatisierte Fahrzeuge die Sicherheit verbessern können. Aber die aktuelle Forschung der North Carolina State University – die auf rechnerischer Modellierung beruht – legt nahe, dass die Verringerung der Reisedauer nicht allein mit autonomen Fahrzeugen gelingt. Es braucht Fahrzeuge, die in der Lage sind, miteinander und mit den Verkehrsleitsystemen zu kommunizieren, die den Verkehrsfluss an Kreuzungen zu verbessern.

Für die Studie verwendeten die Forschenden ein rechnerisches Modell, das Verkehrsbedingungen simuliert. Die Forscher berücksichtigten vier Fahrzeugtypen: Fahrzeuge mit menschlichem Fahrer (HVs), vernetzte aber manuell gesteuerte Fahrzeuge (CVs), automatisierte Fahrzeuge (AVs) und vernetzte automatisierte Fahrzeuge (CAVs).

Autonome Autos fahren im Vergleich zu Menschen vorsichtiger. Ihre Sicherheit resultiert zum Teil daraus, dass sie konservativ programmiert sind. CVs und CAVs sind darauf ausgelegt, Informationen über den zukünftigen Zustand der Ampeln zu erhalten und ihre Geschwindigkeiten anzupassen, um das Anhalten an Kreuzungen zu vermeiden. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich CVs und CAVs reibungsloser bewegen – und weniger oft anhalten – als HVs und AVs.

Die Forschenden führten 57 Verkehrssimulationen durch, um die Auswirkungen verschiedener Variablen auf die Reisezeit an einer Kreuzung zu bewerten. Sie untersuchten beispielsweise, wie sich der Verkehr durch verschiedene Kombinationen von HVs, AVs, CVs und CAVs beeinflussen ließe.

Ein deutliches Ergebnis war, dass je höher der Prozentsatz von CVs und CAVs, desto größer die Kreuzungskapazität war. Mit anderen Worten, wenn mehr Fahrzeuge auf der Straße vernetzt waren, konnten mehr Fahrzeuge schneller durch die Kreuzung fließen. Eine höhere Kapazität bedeutet auch, dass im Durchschnitt weniger Fahrzeuge vor einer roten Ampel stehen.

Erhöht man die Anzahl der AVs ohne Vernetzung, erhöht sich auch der Aufenthalt an der Kreuzung. Das liegt wohl an ihrer vorsichtigen Fahrweise, um Kollisionen zu verhindern.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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