ZF: Konvois & Vernetzung

Der Zulieferer ZF Friedrichshafen entwickelt die Technik für das Konvoi-Prinzip und hat für das Openmatics Telematiksystem einen Abnehmer gefunden.

Beim künftigen Lkw Verkehr setzen viele Hersteller und Zulieferer auf das Konvoi-Prinzip, das im englischen Platooning heißt. Dabei geht es darum, so dicht wie möglich hinter dem vorderen Lkw her zu fahren und derart den Windschatten auszunutzen. Auf diese Weise kann man den Spritverbrauch um bis zu 20 Prozent senken.

ZF Konvoi-Prinzip

a.) Lkw können unabhängig voneinander fahren oder sich bei identischen Fahrstrecken zum Platooning-Konvoi vernetzen:
b.) Sind die Fahrzeuge als Platooning-Konvoi unterwegs, können die Abstände deutlich verringert werden auf bis zu 8 Meter, da die Reaktionszeiten wegfallen. Die Folgefahrzeuge lenken und bremsen in Echtzeit analog zum Führungsfahrzeug.
c) Durch den engen Abstand sinkt der Luftwiderstand der nachfolgenden Fahrzeuge, daher können sie beim Platooning bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen. Quelle: ZF

Auch der Zulieferer ZF verfolgt das Prinzip und hat die nötige Technik in seiner Schublade. Diese Technik besteht vor allem aus der Sensorik, der Software und den Aktuatoren. Letzteres sind die Geräte, die digitale Informationen in mechanische Bewegung umsetzten. Bei der Sensorik setzt man bei ZF auf Kamera und Radar. Die Datenauswertung erfolgt mittels der Recheneinheit ZF ProAI.

Der Computer kann schneller reagieren als ein Mensch und das erlaubt das Fahren mit geringem Abstand. Die Reaktion erfolgt dank der Vernetzung in quasi Echtzeit. Dabei folgen die nachfolgenden Lkws nicht nur, sie halten auch die Spur, wenn ein Lkw “aus der Reihe tanzt”.

ZF testet diese Technik bereits mit einigen Herstellern in Europa. In diesem Zusammenhang ist man in der EU-Initiative ENSEMBLE aktiv. Das Ziel des Projekts ist die Etablierung des Konvoi-Prinzips bis 2021, wobei man auch Standards festlegen will. Ein weiteres Projekt, an dem ZF beteiligt ist, lautet aFAS. Dieses Projekt widmet sich dem Konvoi-Fahren von Absicherungsfahrzeugen, die auf Autobahn-Baustellen eingesetzt werden.

Zudem hat ZF einen Abnehmer für die Vernetzungsplattform von Openmatics  gefunden: VDL Bus & Coach. Der niederländische Bushersteller nutzt die Plattform, inklusive API Schnittstelle und Entwicklungskit SDK, zur Flottenüberwachung. Zusammen mit Openmatics will man darüber hinaus Vernetzungsdienste entwickeln. So soll es eine Komponentenkontrolle für die rechtzeitige Wartung geben, ein dynamisches Schaltprogramm für Dieselfahrzeuge und eine Aktualisierung der Software via OTA (Over the Air)

Die typenunabhängige Flottenübersicht erlaubt auch eine Überprüfung der Wirtschaftlichkeit. Damit erreicht man eine Kostenreduktion der Fahrzeuge. Im Zentrum dessen steht die Business-Intelligence-Anwendung von Openmatics. Das System erzeugt automatische Berichte zum Batteriestand, zum Verbrauch, zur Reichweite und zur Diagnose der Nutzfahrzeuge. VDL will bis zum Ende des Jahres 300 E-Busse damit ausgestattet haben.

Pressemitteilungen: 1 und 2

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