ZF am Scheideweg?

Die Entwicklung des Autonomen Fahrens ändert das Geschäft der Zulieferer, so auch bei ZF Friedrichshafen.

ZF steht im Spannungsverhältnis zwischen dem bisherigen Geschäftsmodell und der Entwicklung des Autonomen Fahrens. Denn ZF entwickelt auch selbst Komponenten und Konzepte für das Autonome Fahren. Dabei setzt man auf einen People-Mover, was sinngemäß ein Autonomes E-Shuttles darstellt.

ZF-eGO People Mover

Produktionsstart für die e.GO Moove GmbH: Ab 2019 produziert das Joint Venture von ZF und der e.GO Mobile AG autonom und elektrisch fahrende People und Cargo Mover. Quelle: ZF

Für die Produktion des sogenannten e.Go Movers hat man sich Kooperationspartner gesucht, denn man will das Fahrzeug nicht selbst bauen. Aber man will die gesamte Lieferkette dafür abbilden. Der Start für diese Autonomen E-Shuttles soll noch in diesem Jahr erfolgen. Damit ist man aber nicht an der Spitze, denn Firmen wie EasyMile oder Navya sind mit ihren Modellen bereits weltweit vertreten.

Mit dem e.Go Mover will man binnen von drei Jahren einen hohen Absatz erreichen. Vor allem Transdev, einer der Kooperationspartner, soll die Fahrzeuge abnehmen. Jedoch ist bisher ungeklärt, um wie viele es sich dabei handelt. Der Elektroantrieb organisiert das Unternehmen e.Go aus Aachen.

Dabei sei man stärker involviert, als bei ähnlichen Projekten mit Herstellern wie BMW oder Jaguar. Denn es geht hier darum, schneller auf den Markt zu kommen. Bei der Kooperation mit e.GO geht es um schnelle Lösungen, so der Chef von ZF, Wolf-Henning Scheider, bei einer Diskussionsrunde während der CES in Las Vegas.

Das Unternehmen ZF kündigte vergangenes Jahr an, dass man zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung der Elektromobilität und des Autonomen Fahrens investieren werde. Auf der Messe stellte man auch das E-Shuttle-Konzept vor. Auch der Zulieferer Bosch kam mit einem derartigen Fahrzeug zur Messe. Scheider sagte, dass der Markt für Autonome E-Shuttles sehr attraktiv sei. Das Einsatzgebiet sei die Stadt auf der letzten Meile.

Er stimmte auch den Äußerungen des Chefs von Aptiv zu, der Level-4-Fahrzeuge vor bis 2021 nicht kommen sieht. Bis dahin wird es keine Fahrzeuge auf Stufe 4 auf den Straßen geben.

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