WZB sieht Potenzial im Autonomen Fahren

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat ein Gutachten zum Autonomen Fahren erstellt.

Im Auftrag der Grünen-Fraktion in Hamburg hat das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ein Gutachten zum Autonomen Fahren vorgestellt. Die Forschenden sehen in der Entwicklung ein “riesiges Potenzial” für die Verkehrswende, die derzeit kaum in Angriff genommen wird.

Olli Autonomes Shuttle

Olli Autonomes Shuttle

Die Vorteile, so das WZB, läge in der Reduktion des Verkehrsaufkommens, es könnte zum Klimaschutz beitragen und die Verkehrssicherheit erhöhen. Allerdings wird die Entwicklung bis zum vollständigen Autonomen Fahren (Level 5), so das Gutachten, noch 20 Jahre dauern.

Dennoch müsste die Politik schon heute die Weichen dafür stellen. Würde man dies versäumen, würde sich die Zahl der Fahrzeuge eher erhöhen, als reduzieren. Damit würde das Autonome Fahren zu einer Konkurrenz für den ÖPNV und den Radverkehr werden, was sich negativ auf die Potenziale auswirken würde.

Handelt man aber rechtzeitig, könnte eine Autonome Fahrzeugflotte in Höhe von 40 bis 50 Stück das Mobilitätsbedürfnis von 1.000 Personen decken. Mit dieser Entwicklung könne man aber erst 2040 rechnen, was für die Erreichung der Klimaziele zu spät sei.

Gemäß dem Gutachten könnte die Kombination von Autonomen Fahrzeugen mit dem Öffentlichen Nahverkehr und dem Radverkehr schon früher wirken. Von derzeit 500 Fahrzeugen könnte man die Anzahl auf 150 Fahrzeuge bei 1.000 Personen drücken. Dafür müsste der ÖPNV um das Doppelte erhöht und On-Demand-Shuttles eingesetzt werden. Man müsse sich von der Idee des privaten Pkws verabschieden. Shared-Mobility sei zu fördern.

Derzeit sind in Hamburg 795.000 Fahrzeuge angemeldet, was sich auch auf die Parkplatzsituation auswirkt. Das Autonome Fahren könne sich auch dabei positiv auswirken, sodass man nur noch zehn Prozent an Parkfläche benötigte. Die primären Ziele, so das Gutachten, müssten auf Performanz, sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit liegen.

Doch dafür bräuchte es eine Regulierung auf Bundesebene, was mit dem CSU-geführten Verkehrsministerium kaum zu machen ist. Außerdem brauche es die Möglichkeit mit den Regeln flexibel zu experimentieren.

Quelle

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