Waymos Strategie

Waymo und seine Strategie zur Vermarktung der Autonomen Fahrzeugtechnik.

Die Google-Schwester Waymo ist der Branchenprimus beim Autonomen Fahren. Schon vor über zehn Jahren begann man mit der Entwicklung. Diese gelang auch aufgrund der hohen Kapitalreserven von Google recht gut und so erreichte man bereits Level 4 der SAE Kategorisierung. Das bedeutet, dass das Auto die meisten Strecken und Verkehrssituationen meistern kann.

Waymo Truck und Chrysler Pacifica

Waymo Truck und Chrysler Pacifica

Lange Zeit wurde darüber spekuliert, ob Waymo, das damals noch Google war, sich als Autobauer etablieren will. Aber dies wurde immer wieder dementiert. Man suchte nach Partner in der Autobranche und viele wollten dabei sein. Doch niemand wollte als Zulieferer von Google enden, die nur die Fahrzeuge liefern. Dies brachte dann auch der damalige Chef von Daimler, Dieter Zetsche, zum Ausdruck.

Google fand aber einen Hersteller, der diesen Weg gehen wollte: Fiat-Chrysler (FCA). Das Unternehmen hatte selbst wenig Ambitionen auf dem Feld gezeigt. In Michigan werden die FCA-Modelle Pacifica Van von Waymo mit der Technik für das Autonome Fahren ausgestattet. Noch 2018 kaufte Waymo 62.000 Modelle von FCA.

Im Dezember des Jahres 2018 startete Waymo dann seinen ersten Robotertaxidienst, der allerdings noch nicht kommerzialisiert war. Nur die sogenannten Early Riders durften die Fahrzeuge nutzen und müssen diesen Service mittlerweile auch bezahlen. Die App ist inzwischen nur wenigen anderen zugänglich gemacht worden.

Anschließend entwickelte man mit Jaguar Land Rover den elektrisch angetriebenen iPACE, der ebenfalls für Waymo bereitgestellt wird. Damit hat man die Flotte erweitert. Inzwischen kooperiert man auch noch mit Volvo und der Alliance (RenaultNissanMitsubishi).

Davor kooperierte man noch mit Honda, das ebenfalls ein Elektroauto liefern sollte. Doch Honda konnte vermutlich den zeitlichen Erwartungen von Waymo nicht gerecht werden. Außerdem gewährt Waymo niemanden Einblick in die Technik, weswegen der japanische Hersteller zu General Motors und dessen Firma Cruise Automation wechselte. Auch Ford war kurz im Gespräch als Lieferant der Fahrzeuge, doch daraus wurde dann nichts.

Zwischenzeitlich plagte auch Waymo Geldsorgen, weswegen man Geld einsammelte und den eigenen Lidar vermarktete. Die Entwicklung verschlingt hohe Summen, was auch die anderen Branchenbeteiligten längst bemerkten und wie beispielsweise Daimler Einsparungen vornahmen.

Inzwischen hat Waymo auch den Liefer- und Transportverkehr ins Auge genommen und mit Waymo Via ein derartiges Konzept in Arbeit. Viele Hersteller setzen derzeit auf Lkws und das Start-up TuSimple hat hier einen der vorderen Plätze belegt. Jüngst wurde bekannt, dass Waymo nun weitere Modelle von FCA mit seiner Technik versorgen will. Dabei geht es auch um die Logistik.

Waymo bleibt aber dabei, keine Fahrzeuge herzustellen. Man liefert die Software, das ist die wahre Stärke des Unternehmens und aus der Ecke kommt man schließlich auch. Die Wartung der Fahrzeuge hat man ebenfalls ausgesourct. Autonation übernimmt auch die Säuberung.

Derzeit tüftelt Waymo an der Vorhersage des Verkehrsverhaltens, versucht die Fahrzeuge auch bei widrigem Wetter einsetzen zu können und stellt mit seiner KI-Technik derzeit das beste Konzept. Doch Level 5, den Tesla bald erreichen will, sieht man noch nicht. Tatsächlich sagte der Waymo-Chef Krafcik noch im März, dass Level 5 vielleicht nie möglich sein wird.

Doch die Automatisierung in den USA stellt die Arbeitswelt vor Herausforderungen und der daraus resultierende Frust begegnet auch Waymo. So gab es schon einige Angriffe auf die Fahrzeuge.

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