Video: Musk und die Übertreibung des autonomen Fahrens

Video: Musk und die Übertreibung des autonomen Fahrens

Tesla wird vorgeworfen, beim Grad der Automatisierung ihrer Fahrzeuge zu übertreiben. Nun wurde ein pikantes Detail bekannt.

Ein Tesla-Werbevideo, das von Musk beaufsichtigt wurde, übertrieb die Fähigkeiten des Autos. Das Video aus dem Jahr 2016 bewarb die Fähigkeiten des Fahrassistenzsystems. Musk soll sogar den Eröffnungstext des Videos diktiert haben, wonach das Auto von selbst fahren kann. Das berichtet Bloomberg.

Dieses Diktat wurde per E-Mail um zwei Uhr morgens (kalifornischer Zeit) an das Team gesendet worden. Damit wollte er die Bedeutung einer Demonstration zur Förderung des Systems betonen, welche eine Woche später angekündigt wurde. In einem Telefonat mit Medien und dem Blogeintrag von 19. Oktober verkündete Tesla, dass danach die Hardware für eine komplette Autonomie bereitstünde. Musk kündigte an, er werde sagen, dass das Auto des autonomen Fahrens mächtig sei.

Das, so die mediale Interpretation, verdeutliche seine Denkweise. Er stellte Behauptungen auf, die bis heute noch nicht möglich sind. Zwar gab es neue Bezeichnungen für Autopilot, die aber noch mehr übertrieben: Full Selfdriving (FSD). Dennoch bleibt das System auf Level 2. Das ist Öl im Feuer der Untersuchungen wegen irreführender Werbung.

Gegenüber der Werbeabteilung kommunizierte Musk, es müsste sich wie eine durchgehende Aufnahme anfühlen und es gäbe zu viele sichtbare Schnitte im Video, das bereits in der vierten Version war. In einer früheren Email schrieb er, dass ihm klar sei, dass er die Zukunft darstelle. Dennoch sollte es so aussehen, als wäre das Auto heute schon in der Lage, von selbst zu fahren. So startete das fragliche Video mit dem Vermerk, dass die Person auf dem Fahrsitz nur aus rechtlichen Gründen da wäre, sie aber nichts tun würde. Kurz danach steigt eine Person, die während der Fahrt die Hände vom Lenkrad nimmt. Danach parkt das Auto von selbst ein.

Dieses Video spielt nun in mehreren Gerichtsverfahren eine Rolle. Auch in jenem, das den Tod von Walter Huang im März 2018 verhandelt. Ein Tesla Mitarbeiter sagte dazu, dass das Video nur Möglichkeiten, nicht die tatsächliche Verfügbarkeit abbilden würde. Dass zuvor eine digitale Karte des Geländes erstellt wurde, obwohl Musk Jahre später sagte, man verlasse sich nicht auf HD-Karten. Ja, das wäre gar nicht nötig. Vor allem aber war das Auto während der Demonstration verunfallt.

Inzwischen untersucht die NHTSA das System von Tesla in Bezug auf die Unfälle, auch mit Todesfolge.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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