Vernetzungskosten steigen

Gemäß eines Forschungsberichts von SNS Telecom und IT steigen die weltweiten Kosten für die Fahrzeugvernetzung an.

Weltweit steigen die Ausgaben für die Fahrzeugkommunikation C-V2X und DSRC. Bis Ende des Jahres 2022 wird der Bereich pro Jahr 1,2 Milliarden US-Dollar ausmachen.

V2E Vernetzung C-V2X

V2E Vernetzung C-V2X. Quelle: Conti

Die Fahrzeugkommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil des Autonomen Fahrens. Wenn die Autos untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur kommunizieren können, können Gefahren rechtzeitig mitgeteilt werden und es kann zu Einsparungen im Sprit- oder Energieverbrauch kommen. Derart können Fahrzeuge um die Ecke schauen oder sich gegenseitig vor Personen auf der Fahrbahn oder vor Glatteis warnen.

Schon jetzt gibt es Kommunikationskanäle zwischen einigen Autos und der Infrastruktur, wie etwa bei Maut-Anwendungen. Doch derzeit stehen zwei Standards im Raum: DSRC via WLAN (IEEE 802.11p) oder C-V2X (Cellular also Mobilfunk – Vernetzung des Fahrzeugs mit allem: X). Dabei soll 5G für C-V2X als eine Art Befreiungsschlag gelten. Erst kürzlich hat sich die EU für den WLAN-DSRC Standard entschieden.

Während einige Hersteller auf DSRC setzen, bevorzugen andere C-V2X. Einige Zulieferer haben diesbezüglich bereits eine Plattform entwickelt, die beide Standards bedient. Auf DSRC setzen beispielsweise Toyota, Volkswagen, General Motors. Den C-V2X Standard bevorzugen Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, PSA, SAIC, Geely und JLR (Jaguar Land Rover). Vor allem die IT-Spezialisten Huawei und Qualcomm treiben diesen Standard voran.

Die Spaltung ist auch regional zu beobachten. So ist China eher im Lager der C-V2X Interessenten zu verorten, Europa hat DSRC zum Standard erhoben und die USA will den Markt entscheiden lassen. Vor Trump setzte man auf DSRC, was zunächst für die leichten Nutzfahrzeuge galt. Das wurde von Trump aufgehoben.

Derart setzen manche auf beide Standards. So hat General Motors für die USA eine DSRC Vernetzung und für China eine C-V2X Vernetzung eingeplant.

Da bleibt die Frage der Reservierung der entsprechenden Funkfrequenzen für die Fahrzeugkommunikation. In Japan hat man im Unterschied zu anderen Ländern den 9 MHz Kanal gesichert. Ansonsten erfolgt die Vernetzung via 5,9 GHz. In den USA hatte man erfolgreich das 39-GHz-Spektrum getestet.

Den Streitigkeiten ungeachtet, steigen die Ausgaben für die Fahrzeugvernetzung zwischen 2019 bis 2022 um 170 Prozent und erreichen damit einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar. Bis dahin, so die SNS Telecom & IT Prognose, werden sechs Millionen Fahrzeuge mit einer der beiden Vernetzungstechnologien ausgestattet sein.

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