Verkehrsminister Scheuer gegen nationales Roaming

Wie schon beim Diesel-Skandal, steht der Bundesverkehrsminister Scheuer von der CSU bei der 5G Abdeckung, auf der Seite der Telekommunikationsunternehmen.

Der künftige Mobilfunkstandard 5G wird auf dem Land mutmaßlich kaum vertreten sein. Denn eine geeignete Lösung für die Bereitstellung des mobilen Internets wäre das Konzept des nationalen Roamings. Das lehnt der Bundesverkehrsminister Scheuer ab.

Mobilfunkantennen

Mobilfunkantennen

Wenn der eigene Dienstleister keinen Mobilfunkmasten in der Nähe hat, wählt sich das Smartphone oder das Auto in ein anderes Netz ein, dass eine verfügbare Leitung hat. Das ist das Roaming, was innerhalb der Staaten der EU funktioniert. Doch innerhalb Deutschlands soll das nach dem Willen des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) nicht kommen.

Erneut stellt sich der konservative Politiker damit auf die Seite der Industrie, wie man es schon vom Diesel-Skandal kennt. Die Firmen auf dem Land werden damit von der Weiterentwicklung der Industrie 4.0 abgeschirmt. Nicht nur Industrieroboter, die man via 5G steuern könnte, sind betroffen, auch das Autonome Fahren oder Krankenhäuser auf dem Land können eine Weiterentwicklung vergessen.

Scheuer verwehrt sich dagegen, weil es den Wettbewerb stören würde. Die Telekommunikationsunternehmen machen aber gar keinen Hehl daraus, dass es ihnen um die Wirtschaftlichkeit geht – nicht um den Wettbewerb. Zumal es in Deutschland sowieso nur drei Anbieter dafür geben wird: Deutsche Telekom, Telefonica und Vodafone.

Damit wird das nationale Roaming vermutlich kein Teil der Bedingungen der Bundesnetzagentur zur Frequenzvergabe, die im kommenden Jahr ansteht. Auch die Gebühren für die Versteigerungen wurden jüngst reduziert, da man mehr Abdeckung gefordert hatte. Wie sich diese Bedingungen aber genau gestalten werden, ist längst noch nicht ausgemacht.

Die Autoindustrie plant aber bereits, sich am Ausbau zu beteiligen. Denn 5G ist für das Autonome Fahren ebenfalls von Bedeutung. Scheuer will zwar zu einem “Leitmarkt für 5G” werden, aber das expliziert offenbar die meisten Ecken Deutschlands und meint vor allem die Ballungsgebiete.

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