Verkehrsinfrastruktur durch neue Mobilität

Die Verkehrswende ist in aller Munde. Doch welche Veränderungen bringt das mit sich?

Die Verkehrswende wird gerne herangeführt, wenn es darum geht, neue Fahrzeuge einzuführen. Können neue Fahrzeuge die Probleme tatsächlich lösen? Dafür muss man auch die Frage beantworten, wie es um die künftige Verkehrsinfrastruktur bestellt ist.

Zu den neuen Techniken, die neue Fahrzeuge auf die Straße bringen, gehört selbstverständlich das autonome Fahren. Und in deren Inneren schlägt das Herz einer KI. Diese Technik hat bereits viele Bereiche des alltäglichen Lebens erreicht und das Paradebeispiel ist das Handy. Selbstverständlich wird es auch eines Tages die Verkehrswelt verändern.

Dabei geht es nicht nur, aber auch um die Veränderungen bei der Verkehrsinfrastruktur. Wie kürzlich berichtet, glauben einige Fachleute daran, dass die Tage der Ampeln gezählt sind. Schon vor einigen Jahren schlug Google vor, man könne QR-Codes als Verkehrszeichen nutzen. Das ist dann natürlich schlecht für die Menschen, vor allem ohne Smartphone. Könnte die Lösung sein, dass man einen Mix aus Verkehrszeichen für Maschinen und Menschen baut? Rein wirtschaftlich sollte man die Entwicklungskosten für die Erkennung moderner Kennzeichen und der doppelten Bereitstellung gegenüberstellen. Auch die Idee, dass autonome Autos auf separaten Strecken fahren sollen, ist noch nicht vom Tisch. Es ist aber deutlich, dass autonomes Fahren für sich und die KI an sich eine Veränderung auslösen.

Radverkehr bzw. der E-Roller Motor zeigen auch Tendenzen, die aktuelle Verkehrswelt zu verändern. Der Radverkehr braucht mehr Platz, was besonders in Städten ein Dilemma auslöst. Bisher hat der Autoverkehr den größten Anteil der Verkehrsfläche, aber selbst dafür reicht es nicht. Es ist klar, dass der Radverkehr mehr Platz braucht. Mit ihnen drängen auch immer mehr E-Scooter auf den Markt. Bei diesem Modell eines E-Scooters mit Straßenzulassung von Streetbooster wird die Möglichkeit der Zulassungsbefähigung betont. Der Einsatz dieser Fahrzeuge ist noch gewöhnungsbedürftig, aber sie fordern bereits jetzt Lösungen.

A pro pos. Es gilt der Strombetrieb als ausgemacht, ungeachtet der Frage, woher der Strom stammt. Natürlich braucht es dafür eine Ladeinfrastruktur, die auch standardisiert ist. Es ist eine uralte Erkenntnis im Wirtschaftsleben, dass eine Standardisierung für die Massenherstellung bzw. -nutzung eine Grundbedingung für die Weiterentwicklung ist. Die Idee mit den Laternen als Zapfsäule liegt nahe. Aber vielleicht reicht in einiger Zukunft ein kleines Solarpanel so groß wie das Fahrzeug, um genug Strom zu liefern.

Die Idee der Flugtaxis ist nach meinem Dafürhalten nicht machbar. Nicht technisch, das wird bei genügend Forschung sicher bald funktionieren, sondern allein der Energiefrage. Denn ein Abheben vom Boden braucht einfach sehr viel Kraft – mehr als das Anfahren. Selbst wenn der Sprit so niedrig wäre wie in seinen billigsten Tagen, würden die Mehrzahl keinen Hubschrauberflug nutzen. Sonst hätte es sicherlich eines Tages einen gängigen Hubschrauberdienst in den Städten gegeben. Die Technik ist ja da. Ob die Solarzelle so viel Energie bereitstellen kann? Ein altes System, das des ÖPNVs ist aber schneller und besser abzubilden.

Der Lieferverkehr nimmt unablässig zu. Drohnen haben bisher nicht die gewünschte Usability gebracht. Die Ideen reichen vom Drohnenbriefkasten bis zu Roboterhunden, um die letzte Meile zu überwinden. Ein wirklich schlüssiges Konzept dazu ist mir bisher nicht untergekommen. Da das Auto nicht bis zum Briefkasten kommt, ist das autonome Fahren hierbei keine einfache Lösung. Hier bräuchte es bald Lösungen.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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