Universität von Michigan: AR und reale Welt

Auch in Michigan will man die Kombination von realer und virtueller Welt für Fahrzeugtests nutzen.

Zwar spricht man an der Universität von Michigan von einer einzigartigen Methode, doch in Schweden ist das Prinzip auf dem AstaZero Testgelände bereits Realität. Es geht um die semivirtuelle Testmöglichkeit.

Navya in der M City. Quelle: Navya

Navya in der M City. Quelle: Navya

Der Mix aus Augmented Reality (AR) und der realen Welt soll das Testen von Vernetztem und Autonomem Fahren enorm beschleunigen. Man spricht in den USA von dem Faktor 1.000 oder sogar 100.000 für die Beschleunigung der Testverfahren. Zudem kann man die Kosten dafür drastisch reduzieren.

Die semivirtuelle Testmethode wird auf dem Campus der Universität Einzug halten. Genaugenommen in der sogenannten M City – eine Fassadenstadt. Solche Teststädte nach dem Vorbild der M City werden weltweit gebaut. Auch in Deutschland ist ein derartiges Konzept entstanden. Die M City ist 16 Hektar groß und beinhaltet sowohl Straßen als auch Verkehrsinfrastruktur. Dazu gehören Kreuzungen, Fassaden von Häusern, Radwege und dererlei mehr.

Die Testmethode ist nicht nur effizienter und kostengünstiger, sie soll auch zur Akzeptanz der Technik beitragen. Denn hiermit ließe sich beweisen, dass die automatisierten Fahrzeuge sicher und damit vertrauenswürdig sind. Denn die Tests, die eigentlich Dekaden dauern würden, könnten damit schneller umgesetzt werden.

Die Basis der virtuellen Welt sind unter anderem Videospiele, mit deren Hilfe man eine AR-Umgebung geschaffen hat. Dabei hat man die einzelnen Elemente miteinander vernetzt, sodass eine Echtzeit-Kommunikation ermöglicht wird. Die computergenerierten Verkehrselemente werden mit einer patentierten, sicheren und drahtlosen Technologie an die M City-Testfahrzeuge gesendet. Damit ermöglicht man die Kommunikation unter allen Elementen des halbsimulierten Testfeldes. Derart können Testszenarien und entsprechende Interaktionen zwischen den realen und den simulierten Fahrzeugen beobachtet werden.

Für die schnellere Darstellung hat man eine virtuelle Bibliothek mit computergenerierten Verkehrsszenarien erstellt. Deren Inhalte können Unfallszenarios ausgesetzt werden, ohne dass es zu tatsächlichen Schäden oder Verletzungen kommt. Vor allem mit Blick auf die Ausfälle, die in Kalifornien erfasst werden und dem tödlichen Unfall zu Beginn des Jahres in Arizona, ergeben sich die Vorteile.

Wie schon die Rand Gruppe darlegte, sind Tests auf der öffentlichen Straße alleine nicht zielführend. Da man zig Millionen Kilometer abreißen müsste. Schließlich ereignet sich in den USA, so die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration), alle 530.000 Meilen ein ernster Unfall und alle 100 Millionen Meilen kommt es dabei zu einem Todesfall. Waymo hat unter allen Branchenbeteiligten am meisten Testkilometer gesammelt und feierte jüngst die zehn Millionen Testmeilen.

Mitteilung (englisch)

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