TuSimple im Fadenkreuz des FBI entlässt CEO

Rechentechnik im Auto
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Das Start-up für die Automatisierung von Lkws, TuSimple, hat seinen CEO gefeuert. Es gibt offizielle Untersuchungen.

TuSimple ist eines der wichtigsten Unternehmen der Branche und auf dem Gebiet der Lkw-Automatisierung vorne dabei. TuSimple betreibt seit zwei Jahren einen autonomen Lieferdienst und partnert mit einigen US-Firmen. Dazu zählt auch das VW-Unternehmen Traton oder das IT-Unternehmen Nvidia.

TuSimple verfügt über etwa 100 autonome Lkws auf Stufe 4, wovon 25 in China verkehren. Denn TuSimple ist ein teils chinesisches Unternehmen und sein Chef war bisher der Mitbegründer Xiaodi Hou. Hou wurde am Sonntag wegen seiner Verquickung mit einer laufenden Untersuchung von Vorstandsmitgliedern entlassen. Vorläufig hat man Ersin Yumer als CEO eingesetzt.

Im Vorfeld berichtete das Wall Street Journal, dass das FBI und das SEC (Securities and Exchange Commission) die Ermittlungen aufgenommen haben. Dabei geht es um die Verstrickung von Hou zu dem Unternehmen Hydron. Dabei handelt es sich um ein chinesisches Start-up mit Sitz in Kalifornien zur Entwicklung von Lkws, die mit Wasserstoff angetrieben werden. Allerdings hat Hyron vor allem Aktivitäten in China.

TuSimple wird vorgeworfen, es hätte bei der Transaktion zu Hydron an der nötigen Transparenz gemangelt. Hat TuSimple in den USA entwickeltes geistiges Eigentum mit Hydron geteilt und wurden dabei Investierende betrogen, da man wertvolle Technologie an einen ausländischen Opponenten übertragen hat?

Schon im Juli leitete TuSimple eine interne Untersuchung zu den Vorgängen ein, ohne jedoch die Behörden oder den Vorstand von TuSimple zu informieren. In der offiziellen Verlautbarung weiß TuSimple nichts von etwaigen Verstrickungen, noch von Untersuchungen.

Auch TuSimple steht unter finanziellem Druck. Zuletzt wurde Argo AI von VW und Ford verlassen und auch Aurora überlegt, sein Geschäft zu verkaufen. TuSimple plante offenbar auch einen Verkauf. Danach sollte das Unternehmen für eine Milliarde US-Dollar nach China verkauft werden. Das war im Nachgang der Restriktionen, wonach ein chinesischer Zugriff auf US-Sicherheitsbelange eingeschränkt wurde. Der Käufer sollte Medienberichten nach Geely sein. Geely gehört zehn Prozent von Mercedes-Benz und Volvo im Ganzen.

Auch bei Apple oder Tesla gab es Diebstahl von Betriebsgeheimnissen, die nach China gehen sollten.

Quelle

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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