Stauhauptstadt Berlin

Der Verkehr in Berlin ist über seine Kapazitätsgrenze hinaus an die Grenzen gestoßen. Inrix hat die Stauzeiten berechnet.

Die meisten Menschen wollen keine Fahrverbote, aber alle wollen in ihren Fahrzeugen sitzen und das möglichst in einem SUV, der schön viel Platz und Sprit verbraucht. Doch das hat Konsequenzen, wie nun die Studie aus dem Hause Inrix darstellt.

Turm Alexanderplatz Berlin

Das Unternehmen Inrix hat den Verkehr und die Staus analysiert. Die Daten bezieht man von vernetzten Fahrzeugen und aus öffentlichen Verkehrsdatenbanken. Aber auch soziale Netzwerke und Pressemitteilungen wurden für die Analyse herangezogen.

Im Ergebnis führt Berlin das Ranking in puncto Stau an. Zuvor gab es in München die meisten Staus. Im Durchschnitt sitzt man in Berlin 154 Stunden pro Jahr im Stau, das sind über sechs Tage. In München, das nun Platz zwei einnimmt, sind es 140 Stunden, in Hamburg sind es 139 Stunden, in Leipzig und Stuttgart sind es jeweils 108 Stunden pro Jahr. Im Bundesdurchschnitt waren es 120 Stunden im Jahr.

Für Berlin hat man weitere Rekorde ausgemacht. Die regelmäßige Nutzung der Strecke von der Autobahnabfahrt Tempelhof bis zum Halleschen Tor verbrauchte 28 Stunden mehr an Zeit. Die Kosten, die durch den Stau entstehen, bezifferte die Studie für Berlin auf 1,7 Milliarden Euro (für 2018).

International ist die Stadt Bogotá auf Platz eins. Hier sitzt man durchschnittlich 272 Stunden im Stau. Platz zwei belegt Rom und Platz 3 Dublin. Berlin kommt in diesem Ranking auf Platz 40.

Die Verbesserungen in Städten wie Stuttgart haben auch mit den Fahrverboten zu tun. Denn die Diskussion darüber beförderte den Verkehrsfluss. Mutmaßlich hat es auch einige Personen zur verstärkten Nutzung des ÖPNV veranlasst.

Dass man gerade in Berlin so lange und so häufig im Stau sitzt, ist – so meine Meinung – selbst verschuldet. Berlin gehört zu den Städten im Land, wo es einen gutausgebauten öffentlichen Personennahverkehr gibt. Den sollte man aber auch nutzen.

Quelle

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