Statistik & 40 Prozent mehr Sicherheit bei Tesla?

Die Zahl von 40 Prozent weniger Unfälle durch das Autopilot System von Tesla wird stark hinterfragt.

Nach dem tödlichen Unfall dieses Jahres hat Tesla verkündet, die NHTSA würde bestätigen, dass man mit einem Tesla Modell und dem Autopiloten 40 Prozent weniger Unfälle hätte als ohne. Die Aussage, so die Kritik, wurde nie bestätigt. Aber Tesla wirbt damit.

Tesla

Dabei erfasst Tesla die Daten ihrer Fahrzeuge im Straßenverkehr, auch wenn man hierbei etwas mehr Transparenz rein bringen will.

Die 40 Prozent Verbesserung sind aber nicht bewiesen, obwohl  die NHTSA die Zahl bestätigt. Die Kritik sei nun, dass die Zahl aus dem Kontext gerissen wurde. Aber weder die NHTSA noch Tesla will den Bericht dazu veröffentlichen. Ein Hochschulprofessor der School of Law der Universität von South Carolina forderte die Stellen aber auf, dies zu tun. Schließlich wäre es ein Sicherheitsfortschritt, der mit der Anschnallpflicht vergleichbar wäre.

Der entsprechende Bericht der NHTSA wurde im Januar 2017 veröffentlicht. Damals ging es ebenfalls um einen tödlichen Unfall mit einem Tesla, der sich im Jahr davor ereignete. Dabei bediente man sich offenbar der Daten, die Tesla bereitgestellt hatte.

So kam man zu der Schlussfolgerung, dass die Tesla Modelle der Jahre 2014 bis 2016 an 0,8 Unfällen pro Million Meilen beteiligt waren – wenn der Autopilot installiert war. Ohne das System zur Teilautonomie, der Autopilot, waren es 1,3 Unfälle auf der Strecke. Daraus resultieren die 40 Prozent.

Forschende der RAND Gruppe sehen darin eine großzügige Interpretation zu Gunsten von Tesla, die vor allem Tesla vorgenommen habe. Es fehlten die Kilometerleistungen, um den Wert in den Kontext zu stellen. Die IIHS (Insurance Institute for Highway Safety) Untersuchung ergab eine Unfallreduktion um 13 Prozent.

Inzwischen hatte das Datenanalyseunternehmens Quality Control Systems eine Klage gegen die NHTSA eingereicht, um die Zahlen zu klären. Darauf hin erklärte die Behörde, man würde die Daten veröffentlichen, aber Tesla hatte verfügt, die bereitgestellten Daten aus Wettbewerbsgründen nicht zu veröffentlichen. Aber kann man beides haben: Die Aussage und die Verweigerung die Daten zu veröffentlichen, so die Kritik daran.

Quelle

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren und berichte auch auf anderen Seiten, wie dem Smart Mobility Hub, darüber. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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