Qualcomm: USA gerät ins Hintertreffen

Der Vernetzungsspezialist Qualcomm äußert sich besorgt über die Position der USA in puncto Autonomes Fahren.

Qualcomm ist ein Chiphersteller und Ausrüster für die Vernetzung der Fahrzeuge, so sind beispielsweise die Modems für die Fahrzeugkommunikation über den Mobilfunk von der Firma. Die Firma forderte bereits letztes Jahr die Politik auf zu handeln und nun sieht man die USA in der Gefahr, sich von China von der Spitze der Entwicklung verdrängen zu lassen. Einige Studien verwiesen in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls in diese Richtung.

Vernetztes Auto Symbol

Qualcomm kritisiert vor allem, dass China in puncto 5G voranmacht. Der Mobilfunkstandard 5G soll, so ist es selbstverständlich auch der Geschäftswunsch von Qualcomm, auch in den USA zum Standard erhoben werden und die C-V2X Kommunikation ermöglichen. Auch in Europa zeichnet sich das ab, obwohl man sich zuvor für WLAN (DSRC) entschieden hatte. Die USA müssten es hierbei China gleichtun oder man müsse sich darauf gefasst machen, dass China überholt. Damit würde sich China auch beim Autonomen Fahren an die Spitze der Entwicklung setzen.

Das Land China werde, so Qualcomm, schon Tausende von Leben gerettet haben, bevor sich die USA für einen Standard entschieden hätten. Tatsächlich hatte die Trump-Administration die Entscheidungen von Obama zurückgedreht und hinterließ die Industrie damit in einer Unsicherheit. Denn keiner will auf den falschen Standard setzen und damit unnötige Kosten produzieren. Allerdings hatten viele Gemeinden und einige Hersteller sich bereits festgelegt und rollen diese Entscheidung mit finanziellem Aufwand zurück.

Qualcomm fordert, dass man sich ebenfalls auf 5G als Standard einigt. Derart könnte man die Entwicklung beschleunigen. Das wäre, wie erwähnt, sehr zum Vorteil des Unternehmens. Die Organisation 5GAA, der Qualcomm und einige Hersteller angehören, demonstrieren derart weltweit auch die Machbarkeit der C-V2X Kommunikation, die auf 5G basieren kann.

Die Vernetzung der Fahrzeuge könnte zweifelsohne einen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit haben. Man kann sich vor Gefahren auf der Strecke warnen, über den Zustand der Fahrbahn informieren oder an Kreuzungen um die Ecke schauen. Aber für eine einheitliche Kommunikation braucht es einen einheitlichen Standard.

Während man also in den USA und auch in Europa um den besseren Standard ringt, hat China sich entschieden. Da es einer der größten Automärkte der Welt ist, hat das auch ein gewisses Gewicht. Die Organisation 5GAA ist sich daher sicher, dass China sich an die Spitze der Entwicklung stellen wird, was Qualcomm nun nochmal unterstreicht.

Sicherlich gibt es eine Lösung, dass man beide Systeme empfangen und senden kann. Die Zulieferbetriebe haben längst solche Systeme in Angebot. Doch damit steigen die Kosten und das wollen die Hersteller gerne vermeiden. Südkorea plant zweigleisig zu fahren und Japan hat sich für DSRC, ein weiterer Begriff für die WLAN-Vernetzung, entschieden.

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