Mill Valley schaltet 5G ab

Eine Stadt im Silicon Valley schaltet 5G wegen der Furcht vor krebserregenden Funkwellen ab.

Das Silicon Valley gilt als die Hochburg der technischen Neuentwicklungen und fast alle Firmen der Digitalisierung sind dort vertreten. Nicht aber in Mill Valley – dort haben die Bedenken über Krebs den neuen Mobilfunkstandard 5G in die Ecke gedrängt.

Mobilfunkantennen

Mobilfunkantennen

Der Stadtrat von Mill Valley, eine kleinere Stadt im Silicon Valley und nördlich von San Francisco, hat letzte Woche einstimmig beschlossen, die 5G Zellen in der Stadt zu blockieren. Vor allem in Wohngebieten ist der neue Mobilfunkstandard nicht zu erreichen.

Der Grund liegt in der Überlegung, dass die Funkwellen von 5G Krebs verursachen können. Auch in der Stadt Ravensburg in Oberschwaben gab es solche Befürchtungen, dennoch hat man Vorbereitungen für die Einführung von 5G beschlossen.

In Mill Valley hat man die Blockade von 5G mit Hilfe einer Dringlichkeitsverordnung durchgesetzt. Diese erlaubt Vorschriften zu erlassen, wenn die Gesundheit oder die Sicherheit der Gemeinde betroffen ist. Die Vorschriften müssen dann unverzügliche umgesetzt werden. Derart ist es künftig verboten 5G Anwendungen in der Stadt zu aktivieren.

Die Verordnung wurde auf Wunsch von fast 150 Personen beschlossen, die sich über die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G beschwerten. Die Stadt hat rund 14.000 Einwohnende und so hat sich nur etwa ein Prozent dagegen ausgesprochen. Mill Valley ist nicht der einzige Ort im Silicon Valley, der sich gegen die Entwicklung von 5G stemmt. Auch in San Anselmo oder Ross gibt es entsprechende Blockaden.

Die Industrie nutzt kleine Zellen, um die gefährliche Strahlungsbelastung zu verringern. Aber auch das Gesundheitsministerium des US-Bundesstaates Kalifornien warnt vor möglichen Gesundheitsgefahren, die von Mobiltelefonantennen ausgehen.

Die Telekommunikationsindustrie kritisiert die Entscheidung von Mill Valley und fürchtet um die zeitnahe Umsetzbarkeit.

Quelle (englisch)

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