Mercedes-Benz Actros mit mehr technischer Unterstützung & Teilautonomie

Mercedes-Benz hat den neuen Lkw Actros vorgestellt: Mehr Sicherheit, mehr Vernetzung und weniger Verbrauch – und, die Teilautonomie zieht in die Lkws ein. 

Der neue Actros aus dem Hause Mercedes-Benz hat neue Features zu bieten, vor allem bei den Assistenzsystemen. Vorgestellt wird er auf der IAA Nutzfahrzeuge, die am 20. des Monats beginnt. Dort kann man das Fahrzeug auch schon bestellen, ausgeliefert wird es ab kommenden Frühling.

Teilautonomer-Mercedes-Benz-Actros

Teilautonomer-Mercedes-Benz-Actros. Quelle: Daimler

Der Lkw wurde stärker digitalisiert und vor allem im Cockpit. Das HMI (Human Machine Interface) ist intuitiv gestaltet und soll die Fahrenden besser unterstützen. Mehr und größere Monitore und wichtige Funktionen auf einen Blick, wobei sich auch der Reifendruck oder die Achsenlast anzeigen lässt. Dazu kommen Touchdisplays und ein Multifunktionslenkrad.

Einstellungen können auch individualisiert werden und die Anzeige ändert sich mit der Aktivierung von bestimmten Systemen. Vor allem beim  Active Drive Assist wird die Grafik angepasst, sodass die Überwachung des Verkehrs nicht zu langweilig ausfällt. Auch das Flottenmanagement wurde stärker digitalisiert, was Wartung und Einsatz besser organisieren lässt. Das Fahrzeug wird Teil des IoT und ist mit der Cloud verbunden.

Vor allem kommt die Teilautonomie nun ins Lkw-Segment. Beim Actros ist es das System Active Drive Assist. Das System kann bei jeder Geschwindigkeit agieren. Es hält die Spur, auch mit kleinen Lenkeinlagen, falls man von der Spur abkommt. Es hält die Distanz zum Vorderwagen und folgt diesem selbstständig. Die Einstellung ist variabel einstellbar und die Spurhaltevorrichtung ist auch bei deaktiviertem Active Drive Assist aktiv.

Dabei orientiert sich das System mittels der Kamera an den Fahrbahnmarkierungen. So warnt das System, wenn es zu einer Abweichung kommt. Die Warnung erfolgt akustisch und optisch. Das soll vor allem in Kurven, bei monotoner geraden Streckenverläufen, bei dichtem Verkehr und bei Stop-and-go Situationen auf der Autobahn unterstützen.

Zudem sind alle Assistenzsysteme im Lkw mit den anderen vernetzt. Auch der Active Drive Assist vergewissert sich bei seinen Aktionen der Unterstützung anderer Systeme, wie der Predictive Powertrain Control (Tempomat mit Getriebesteuerung). Auch das System wurde verbessert und spart bis zu fünf Prozent beim Kraftstoffverbrauch, was aber auch auf den Wegfall der Seitenspiegel durch MirrorCams zu tun hat. Der Active Drive Assist bedient sich des Weiteren auch der Radarsensorik, wie auch der neue Active Brake Assist 5

Zudem benutzt das Predictive Powertrain Control satellitenbasierte Ortung und greift auf genaues Kartenmaterial zurück. Damit erreicht man mehr Effektivität beim vorausschauenden Fahren. Denn die Topografie und die Streckenführung, sowie die Kreuzungen und Verkehrszeichen fließen bei der Berechnung mit ein. Damit optimiert man das Fahren bergauf und -ab, sowie in Kurven durch die Vermeidung unnötiger Ent- und Beschleunigung. Zur Spritreduktion trägt auch der neue Fahrmodus Economy+ bei. Das System ist auch für Schwerlaster verfügbar.

Die MirrorCam bringt nicht nur einen geringeren Windwiderstand, sondern auch mehr Übersicht. Die Bilder der Kameras auf dem Dach kann man auf die beiden Monitore der A-Säulen betrachten. Die Kameralinsen sind mit einer besonderen Beschichtung ausgestattet, die die Verschmutzung reduziert. Für den Anhänger gibt es Distanzlinien, sodass man besser rangieren kann. Außerdem wird dieser in kritischen Situationen auch gebremst, was das Fahrzeug stabilisiert. Wird es dunkel wechselt das System selbstständig in den Nachtsicht Modus. In Kombination mit dem Abbiege-Assistent wird vor kritischen Momenten gewarnt. Die Kameras sind beheizbar und erlauben auch beim Rasten einen guten Überblick über das Umfeld. Denn das System kann auch aktiviert werden, wenn der Motor des Lkws aus ist.

Das Autonome Notbremssystem Active Brake Assist 5 verfügt über eine bessere Personenerkennung. Es greift sowohl auf die Kameras, als auch den Radar zu. Dabei reagiert das System auch auf den Quer- und den Gegenverkehr, notfalls mit einer Vollbremsung. Zuvor werden die Fahrenden gewarnt: zuerst optisch, dann aktustisch. Dann bremst das System mit halber und schließlich mit voller Kraft. Kommt der Lkw zum Stillstand wird die neue elektronische Feststellbremse aktiviert.

Der Abbiege-Assistent, der bald zur Pflicht werden soll, erkennt Radfahrende und Zufußgehende auf der Seite. Ist dort etwas bemerkt worden, Personen oder Verkehrsinfrastruktur, werden die Fahrenden darauf aufmerksam gemacht. Zudem gibt es die Schleppkurvenwarnung, welche ab 36 Stundenkilometer aktiv wird und vor allem in urbanen Gebieten unterstützen soll. Der Abbiege-Assistent warnt jedoch nur und bremst nicht von selbst, dafür unterstützt das System auch beim Spurwechsel bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h.

Ein weiteres System im neuen Actros ist der Verkehrs­zeichen-Assistent, wobei nicht nur Tempolimits, sondern auch Überholverbote und weitere Warnschilder vermerkt werden. Die Info erscheint dann auf dem Armaturenbrett. Und auch ein Lichtassistent ist verbaut, was mit einer selbstständigen Einstellung des Lichts einhergeht.

Der Lkw verfüg zudem über Verbindungen zu Servicediensten und einen digitalen Schlüssel. Man kann sein Smartphone kabellos laden und das System ist mit Android und CarPlay kompatibel. Die Daten des Fahrzeugs werden automatisch an das Truck Data Center übertragen. Diese werden dort ausgewertet.

Einige Systeme und Merkmale des neuen Actros sind optional auch für den Arocs erhältlich.

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