Mercedes-Benz: 500 Millionen Euro für Level 4 Lkws

Der Fahrzeugbauer Mercedes-Benz will seine Lkw-Sparte auf Level 4 bringen und nimmt dafür viel Geld in die Hand.

In den nächsten Jahren wird der Hersteller Daimler rund 500 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Lkws in die Hochautonomie (Level 4) zu führen. Damit werden auch neue Stellen im Forschungs- und Entwicklungszentrum für Lkws in Portland im US-Bundesstaat Oregon geschaffen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Denn man will die Technik innerhalb von zehn Jahren auf den Markt bringen.

 Freightliner-Cascadia. Quelle: Mercedes-Benz

Freightliner-Cascadia. Quelle: Mercedes-Benz

Die Bekanntgabe wurde auf der CES 2019 in Las Vegas getätigt. Damit hat man auch angekündigt, dass man Level 3 (erweiterte Teilautonomie) nicht produzieren wird und gleich zu Level 4 übergeht. Denn Level 3, bei dem das Fahrzeug von selbst fahren kann, aber der Mensch das System überwachen und immer wieder eingreifen muss, halten viele in der Branche für gefährlich.

Man verspricht sich von Level 4 nicht nur mehr Verkehrssicherheit und mehr Bequemlichkeit für die Fahrenden, sondern auch eine Kostensenkung für die Betreiber. Während Level 3, so Daimler, kaum Vorteile gegenüber Level 2 bietet und die Entwicklungskosten nicht eingespielt werden würden.

Außerdem stellt Mercedes-Benz auf der Messe seinen neuen Freightliner Cascadia vor, der über Level-2-Automatisierung verfügt. Das Serienfahrzeug dieser Stufe aus dem Hause Daimler ist ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft und steht in der Tradition des Mercedes-Benz Future Truck 2025 von 2014, welcher über eine Zulassung in dem US-Bundesstaat Nevada verfügt.

Der Freightliner Cascadia verfügt über den aktiven Spurhalte-Assistenten (Active Drive Assist / Detroit Assurance 5.0), der nun serienmäßig zur Verfügung steht und Teilautonomie bei jeder Geschwindigkeit erlaubt. Zudem bietet man den Active Drive Assist, der zum Equipment des Lkws Actros gehört. Der Spurhalte-Assistent kann autonom bremsen, Gasgeben und lenken.

Über Jahre hat Mercedes-Benz in den USA das Konvoi-Prinzip (englisch: Platooning) erprobt und kam nun zu dem Schluss, dass die Einsparungen in der Praxis eher gering ausfallen. Dabei fahren Lkws so dicht hintereinander, dass man Sprit einspart. Aber bei einem Ausscheren muss der hintere Lkw aufschließen, was mit einer Beschleunigung und damit mit einem erhöhten Spritverbrauch einhergeht. Dagegen erhofft man sich viel Effizienz von Level 4 Fahrzeugen, welche beispielsweise nachts eingesetzt werden könnten und bei schwachem Verkehr viel Optimierungsmöglichkeiten bieten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich der Güterverkehr erhöhen wird.

Das Wissen um die Automatisierung bezieht Daimler intern auch aus dem Auto-Segment. Wobei sich die Anforderungen bei den Lkws anders äußern. So müssen die Systeme auf das Gewicht, die Bremsleistung, die Größe und die Beanspruchung angepasst werden.

Pressemitteilung

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