KI: Operationen vermeiden helfen

Es wurde eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die 60 Prozent der Operationen vermeiden helfen könnte.

Die Ärzteschaft hat gelobt, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die zu Behandelnden vor Schaden zu bewahren. So der bekannte Eid des Hippokrates. Doch darin ist auch vermerkt, dass man “den Blasenstein nicht operieren, sondern es denen überlassen [soll], deren Gewerbe dies ist.”

Virtuelle Gallenblase.

Virtuelle Gallenblase. Quelle: Spectrum.ieee.org

Dieser Eid aus dem ersten vorchristlichen Jahrtausend gilt noch heute, obgleich sich viel geändert hat. Was man damals unmöglich vorausahnen konnte, ist, dass es 2.500 Jahre später eine Künstliche Intelligenz gibt, die die Fähigkeiten menschlicher Ärzte übertreffen kann.

Gerade die Gallenblase wird in der Regel auf Verdacht operiert, denn es könnten sich Zysten bilden. Dabei ist es oftmals unbekannt, welche Zysten zu einem bösartigen Krebs führen können. Eine US-Studie ergab, dass bis zu 78 Prozent der Zysten nicht bösartig waren.

Daher hat man eine Künstliche Intelligenz programmiert, welche die Gut- oder Bösartigkeit einer Zyste bewerten kann. Dieses Verfahren hat in den Tests sehr gut abgeschnitten und soll binnen eines Jahres zur Verfügung stehen. Statt die Pankreaszysten kategorisch zu entfernen, könnte man bis zu 60 bis 74 Prozent der Operationen vermeiden.

Die Grundlage der Künstlichen Intelligenz bilden Daten von Hunderten von Patienten auf der ganzen Welt, bei denen eine solche Erkrankung diagnostiziert wurde. Der Algorithmus mit Namen MOCA (Multivariate Organization of Combinatorial Alterations) analysiert molekulare Daten und die DNS, die mit Proteininformationen aus der Zystenflüssigkeit ein bestimmtes Bild ergeben.

Die Analyse übertraf das Ergebnis der Ärzteschaft und hätte derart die Operationen verhindern können. Dies ist vor allem auch deshalb interessant, weil fünf Prozent der Operationen tragisch enden.

Quelle (englisch)

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