Frage der Kostenamortisierung beim Autonomen Fahren

IAV Autonomous Driving Active Safety Layer
IAV Autonomous Driving Active Safety Layer

Der Analyst Mike Ramsey von Gartner empfiehlt der Autoindustrie eine bessere Vermarktung der Assistenzsysteme.

Noch immer sind Level-3-Fahrzeuge nicht auf dem Markt. Die Technik ist da, aber noch nicht zulassungsfähig. Und die Bereitstellung von Level 4 ist noch Jahre weg. Die Kosten für die Forschung daran, wird aber jetzt schon fällig.

IAV Autonomous Driving Active Safety Layer

IAV Autonomous Driving Active Safety Layer

Der Analyst Mike Ramsey beobachtet für das Beratungsunternehmen Gartner die Autonome Fahrzeugbranche und plädiert dafür, sich nun mit Vermarktung von Assistenzsystemen besserzustellen. Das Geld wird besser jetzt eingenommen, als darauf zu warten es später mit dem Softwarestack für Autonomes Fahren oder Robotertaxis zu verdienen.

Die Hersteller sollten jetzt ihre Einnahmen mit den Systemen steigern und damit die Kosten einspielen, die sie für Entwicklung des Autonomen Fahrens ausgeben. Dazu zählt er Systeme wie die Autonome Notbremse oder das Konzept des Autonomen Parkens. Diese Systeme sollten in mehreren Modellen verfügbar gemacht werden und nicht nur dem oberen Preissegment vorbehalten sein. Als Vorbild nennt Ramsey den Hersteller Toyota, der seine Assistenzsysteme in jeder Ausstattungsvariante anbietet.

Hersteller würden mehr Umsatz machen, wenn sie die Systeme einem größeren Marktumfeld zugänglich machten. Derzeit sind sie nur für wenige Modelle verfügbar. Darauf zu warten, dass es als Gesamtpaket in Form des Autonomen Fahrens vermarktet wird, sei noch wenigstens fünf Jahre entfernt.

Für einige Hersteller sind die Kosten für das Autonome Fahren im Autobereich zu hoch. Ein Assistenzsystem kostet Hunderte US-Dollar, aber das Autonome Fahren auf Level 4 wird 20.000 US-Dollar kosten. So hat Mercedes-Benz jüngst bekannt gegeben, dass man zunächst die Nutzfahrzeuge automatisiert. Auch PSA hat von der Automatisierung der Privatautos Abstand genommen.

Außerdem, so einige Fachleute, zeigten Studien auf, dass das Bedürfnis nach der Technik mit der Erfahrung steigt. Hat man das System ein Mal gehabt, will man es im nächsten Modell wieder haben. Eine bessere Vermarktung sei zudem möglich, wenn die Systeme nicht unterschiedlich hießen. Der Wirrwarr würde nicht zu einem gesteigerten Absatz führen. Als Beispiel wird dabei Tesla angeführt. Außerdem seien einige Systeme für die volle Punktzahl beim NCAP Test nötig.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

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