Einblick: Autonomes Fahren | Interview mit Raúl Rojas

Raúl Rojas ist der Leiter der Forschung für Informatik und Künstliche Intelligenz an der FU Berlin. In einem Interview gab es Einblicke in den Bereich des Autonomen Fahrens.

Unter der Leitung von Prof. Rojas enstand an der FU Berlin ein Autonomes Fahrzeug mit Namen MadeInGermany, das auch die Erlaubnis hat im Berliner Stadtverkehr getestet zu werden. Herr Rojas ist der Überzeugung, dass mit dem Autonomen Auto das Car-Sharing deutlich größere Verbreitung findet und damit die Autoindustrie Absatzschwierigkeiten bekommt.

In einem Interview mit der Helmholtz-Gemeinschaft gab der Experte Einblicke in die Forschung und seine Gedanken zum Fortgang der Technik. So fehlt, seines Erachtens, noch die Fahrintelligenz, um das Auto selbstfahrend zu machen.

In dem Interview geht er auf die Frage der Ethik ein und erklärt, dass es zwar eine schwere Entscheidung sei, aber in einem fiktiven Szenario sollte das Auto einfach die Spur einhalten. Nur diese Strategie, so Rojas, wäre für die Legislative akzeptabel. Die Frage der Schuld bei einem Unfall eines Autonomen Fahrzeugs, sieht er beim Computer. Das würde zu enormen Kompensationsforderungen führen, die nach seiner Ansicht, die Automobilindustrie lange von der Entwicklung abgeschreckt hat.

Ob sich das Autonome Fahrzeug durchsetzen wird, macht er von der Akzeptanz in der Gesellschaft abhängig. Jedoch ist die Entwicklung für den urbanen Raum noch zu schwer zu bewältigen für einen Computer. Daher sieht er die Einführung des vollkommen autonomen Stadtverkehrs erst in 30 Jahren oder 40 Jahren, also um das Jahr 2050.

Trotz der Problematik in der Autoindustrie, sieht Rojas die Vorteile im Umweltschutz. Dennoch vermeidet der Wissenschaftler einen Vergleich seines Projektes mit der Wirtschaft. Da er kein Geld damit verdienen müsse, könne er weiter in die Zukunft der Entwicklung blicken und muss sich nicht auf das hier und jetzt konzentrieren.

Abschließend lässt Herr Rojas durchblicken, woran man an der FU gerade arbeite. Zum einen an der Intentionserkennung, zum anderen an der Car2Car Kommunikation und darüberhinaus am Schwarmverhalten bei eintretenden Schwierigkeiten, wie fehlender Fahrbahnmarkierungen.

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