Digitale Kennzeichen in Kalifornien

Der US-Bundesstaat Kalifornien plant digitale Kennzeichen zu erlauben. 

Neben den individualisierbaren Schildern und Halterungen, kommt für Kalifornien nun das digitale Kennzeichen.

Digitales Kennzeichen.

Digitales Kennzeichen. Quelle: spectrum.ieee.org

Bisher konnte man vor allem den Rahmen der Nummernschilder kreativ nach seinen eigenen Vorstellungen designen – sei es mit dem Logo des Lieblingsvereins in der Sportwelt oder einen Superhelden darauf. Mit der e-INK Technologie, die beispielsweise beim e-Book von Amazon (Kindle) verwendet wird, lassen sich nun individualisierte Kennzeichen anfertigen.

Das impliziert sowohl den Text als auch Grafiken, die man auf dem Kennzeichen einblenden darf. Sogar eine Fernsteuerung lässt sich einrichten. Das soll es beispielsweise ermöglichen die Aufkleber mit dem Datum der Registrierung zu ersetzen.

Das erlaubt womöglich auch Werbung auf dem Nummernschild, wenn man beispielsweise im Stau steht. Das hat ja in anderer Form, abseits des Kennzeichens, auch VW vor.

Jedoch sind die Anschaffungskosten für ein digitales Kennzeichen nicht ohne. So kostet das Equipment rund 700 US-Dollar plus einer monatlichen Gebühr von acht US-Dollar. Das Angebot richtet sich aber vor allem an Fahrzeugflotten, die dann ihr Logo auf dem Kennzeichen einblenden können.

Schon seit 2008 gibt es diese Idee, die Kennzeichen dafür sind aber erst jetzt zulassungsfähig. Weitere Verwendungsmöglichkeiten, so der  Hersteller, könnten beispielsweise Plaketten von Maut- oder Parkgebühren sein. Oder zur Registrierung, wenn man auf Routen fährt, auf denen mindestens zwei Personen an Bord sein müssen.

Auch an Uber ist gedacht worden, so könnten die Namen der Fahrgäste vermerkt werden, sodass diese schneller gefunden werden können. Sollte ein Auto im Autonomen Modus fahren, könnte auch das über das Kennzeichen angezeigt werden. Oder man installiert Geburtstags- oder sonstige Glückwünsche in Schriftform auf dem Kennzeichen.

Jedoch gibt es Befürchtungen, dass auch Hassbotschaften veröffentlicht werden. Selbst Twitterbotschaften, Newsticker oder dergleichen mehr könnten über das Kennzeichen verbreitet werden. So gibt es Überlegungen die Möglichkeiten einzuschränken und sie von der kalifornischen Verkehrsbehörde (DMV) zertifizieren zu lassen.

Eine erste Anwendung ist aber tatsächlich schon in der Probe – denn wenn ein Fahrzeug mit den Kennzeichen als gestohlen gemeldet wurde, soll es aufblinken. Die Kennzeichen verfügen auch über Trackingmerkmale, was aber aus datenschutztechnischen Gründen bedenklich ist.

Auch der Nachbarstaat Arizona plant diese Kennzeichen zuzulassen und initiierte einen Pilotversuch. Drei weitere US-Bundesstaaten überlegen ebenfalls die Einführung.

Quelle (englisch)

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