Die Frage des Privatautos beim autonomen Fahren

Verkehr bei Nacht
Verkehr bei Nacht

Immer wieder kommt die Frage auf, ob es mit dem autonomen Fahren noch private Autos gibt oder nicht?

Die Frage der Privatautos hat zunächst zwei Komponenten. Zum einen ist es eine Frage der Wirtschaftlichkeit bzw. der Naturverträglichkeit, denn das Privatauto ist ein Treiber der CO2 Abgase und ein Faktor der Lebensqualität. Gerade in den Städten wird das Privatauto zusehends ungern gesehen. Es steht meist herum – entweder daheim oder auf der Arbeit – und fährt vielleicht eine Stunde am Tag. Das ist bequem und eine Frage der Lebensqualität für die Fahrzeughaltenden, aber ein Stau- und Parkplatzproblem für die Allgemeinheit.

Zum anderen ist eine Frage der Automatisierung der Fahrzeuge. Denn ein autonomes Auto wird vermutlich teurer als ein konventionelles Auto. Das liegt weniger am autonomen Fahren als an der Vielzahl von Sensoren, die für das autonome Fahren benötigt werden. Zuvorderst ist dabei der Lidar zu nennen, der ein 3D-Abbild der Umgebung erzeugt. Das ist für viele Branchenbeteiligten der wichtigste Sensor. Andere, vor allem ist hierbei Tesla zu nennen, setzen eher auf Software und Kameras. Die günstigen Kameras sollen die 3D-Fähigkeit auch bereitstellen können, was durch die Software bewerkstelligt werden soll. Damit einher gehen auch die Kosten für die Reparatur, denn die Sensoren müssen – ähnlich wie beim Reifendruckkontrollgerät – nach dem Einbau kalibriert werden. Schon gewöhnlicher Schmutz kann einen Sensor aussetzen lassen.

Bei den Kosten stellt sich die Frage, wie sinnvoll ist die Anschaffung eines privaten Autos? Was ist aber die Alternative? Die ökologische Alternative wäre der ÖPNV und auch der wird in spe automatisiert werden. Denn die Automatisierung spart Kosten und ist effektiv. Keine Fahrenden oder nur wenige Teleoperateure und damit kein Gehalt, kein Urlaub, keine Krankheit und derlei mehr. Per Fernsteuerung können Teleoperateure mehrere Fahrzeuge gleichzeitig überwachen und notfalls aus der Klemme navigieren.

Die Lösung könnten als geteilte Autos sein – Car-Sharing. Doch es gab schon Studien, die darlegten, dass Uber und Lyft das Fahraufkommen erhöht haben. Eine andere Lösung könnte das Abo-Modell darstellen, das sich bereits einiger Beliebtheit erfreut und es gibt bereits Vergleiche für Auto-Abos. Ein Auto Abo ist durchaus auch beim autonomen Fahren denkbar. Derart würde das Auto sogar angefahren kommen, wenn man es abonniert. Ob es dabei immer dasselbe sein muss, steht auf einem anderen Blatt.

Die wahrscheinlichste Eintretensart des autonomen Fahrens gibt es bereits: Robotertaxis. Fahrzeuge, die permanent unterwegs sind und derart effizient fahren. Der Verschleiß ist zwar ungleich höher, aber die Fahrzeuge bekommen ständig neue Updates und vermutlich wird sich auch in die Zukunft die Technik weiterentwickeln, sodass ein häufiger Austausch der Fahrzeuge durchaus sinnvoll sein kann. Wenn es sich dabei um E-Autos handelt, ist auch die Klimabilanz besser.

David Fluhr

Ich schreibe seit 2011 über das Thema Autonomes & Vernetztes Fahren. Ich habe Sozialwissenschaften an der HU Berlin studiert und bin seit 2012 selbstständiger Journalist. Kontakt: mail@autonomes-fahren.de

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Für einen Kommentar braucht es einen Blick in die Datenschutz-Bestimmungen