Braucht es 5G für das Autonome Fahren?

Immer wieder hört man, 5G wird für das Autonome Fahren benötigt. Stimmt das?

Das Autonome Fahren braucht eine Vernetzung, also eine Kommunikation. Diese wird unterteilt in die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmenden (V2V) und der Verkehrsinfrastruktur (V2I). Meint man die Vernetzung von allen, spricht man von V2X (Vehicle to Everything). Was allerdings den Rad- und Fußverkehr nur bedingt impliziert.

Funkmasten

Funkmasten

Bei der Vernetzung der Fahrzeuge geht es darum, dass man sich über die Verkehrsbedingungen, die Straßenverhältnisse oder das Wetter austauscht. Derart können Gefahren, wie ein Unfall oder Glatteis, schnell weitergeleitet werden. Die Fahrzeuge oder derzeit noch die Fahrenden können sich dann darauf rechtzeitig einstellen und beispielsweise die Geschwindigkeit reduzieren.

Je mehr Fahrzeuge vernetzt sind, desto mehr Daten lassen sich erheben und mit den anderen Fahrzeugen teilen. Auch an Kreuzungen kann das eine wichtige Rolle spiele, denn so lassen sich Hindernisse oder Gefahren erkennen, die man nicht einsehen kann. Ein Fahrzeug hinter einem Haus meldet so beispielsweise, dass ein Kind auf die Fahrbahn getreten ist, um einen Ball zu verfolgen.

Die anderen Fahrzeuge im Umkreis werden darauf hingewiesen, denn ihre Sensoren konnten die Szenerie noch nicht erfassen. Denn gerade bezüglich des Rad- und Fußverkehrs ist es wichtig zu wissen, wo sie fahren und was sie machen. Die Vorhersage ist gerade ein wichtiges Thema innerhalb der Branche. Die Vernetzung dieser Verkehrsteilnehmenden ist aber nicht unbedingt nötig, denn es gibt verschiedene Ansätze, um deren Vorhandensein zu überprüfen. Auch Wildtiere kann man mit einfachen Mitteln erkennen.

Außerdem dient die Vernetzung der Übertragung von Kartendaten, Sensordaten oder Unterhaltungsformaten. Die Kartendaten werden aktualisiert und für die Fahrzeuge heruntergeladen. Die Sensordaten werden hochgeladen, um von beispielsweise einer KI ausgewertet oder dem Kartenmaterial hinzugefügt zu werden.

Diese Vernetzung kann man auf unterschiedliche Weise bereitstellen. Wichtig dabei ist, dass sie gesichert ist, dass sie lückenlos zur Verfügung steht und große Datenmengen übertragen werden können.

Hierbei stehen sich zwei Konzepte gegenüber. WLANp (DSRC) oder Mobilfunk (C-V2X). Beides hat Vor- und Nachteile. Mobilfunk hat eine höhere Reichweite und große Datenkapazität. WLANp ist günstiger und braucht keinen Mobilfunk, dessen Abdeckung schon seit Jahren von der Politik vernachlässigt wird. Die Übertragungsqualität ist gleich. Der Vergleich der beiden Systeme wurde schon öfters vorgelegt. 5G ist ein Mobilfunkstandard.

Ursprünglich wollte die EU WLAN als Standard erheben, wogegen sich auch der deutsche Verkehrsminister Scheuer wandte. So kippte die Standardisierung, die bis heute nicht gegeben ist.

Um die Frage zu beantworten, ob man 5G für das Autonome Fahren braucht: Nein. Es braucht eine Vernetzung, aber das muss nicht über den Mobilfunk sein. Die Aussage, dass es eine Vorbedingung für das Autonome Fahren sei, ist nicht korrekt. Es ist eine Möglichkeit, aber es gibt auch andere. Die Branche ist diesbezüglich geteilt. VW setzt auf WLAN, Mercedes-Benz und BMW beispielsweise auf Mobilfunk.

Comments are closed.