Bergers Automotive Disruption Radar 4

Halbjährlich wird der neue Automotive Disruption Radar von Roland Berger herausgegeben. Der aktuell vierte Report sieht China weit vorne.

Es ist der mittlerweile vierte Automotive Disruption Radar aus dem Hause Roland Berger. Die Berichte skizzieren den Stand der Entwicklung im Bereich moderner Mobilität, wie das Autonome Fahren, nach Ländern unterteilt.

Auto auf Code

Im Fazit steht, dass die Anzahl der Menschen ohne Privatauto zunehmen wird. Auch die jüngste Studie von PwC weist in diese Richtung. Weitere Trends, die man auch auf den Messen dieser Tage findet, sind E-Mobilität und das Autonome Fahren.

Das Interesse am Autonomen Fahren hat den höchsten Stand der Messungen seit 2017 erreicht, wobei auch hier China eine Spitzenposition einnimmt. Die Berger-Studie ergab, dass rund 75 Prozent der Menschen in China sich wöchentlich mindestens einmal einer App bedienen, um eine Fahrt zu planen. 65 Prozent planen den Kauf eines E-Fahrzeugs, was den US-Wert verdreifacht. Daher hat China auch bereits im zweiten Quartal dieses Jahres die weltweit meisten E-Autos verkauft. Die USA haben mit 120.000 E-Autos Platz zwei eingenommen.

Das nachgefragte Interesse nach E-Mobilität in den europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) liegt mit 35 Prozent im Hintertreffen. Das liegt, wie schon zuvor ermittelt, am geringen Angebot und der schlechten Ladeinfrastruktur.

Bezüglich des Autonomen Fahrens verbucht die Studie eine Erhöhung der Nachfrage um fünf Prozent. So gaben rund 50 Prozent der Befragten an, sie würden ein solches Auto nutzen, wenn diese günstiger als konventionelle Fahrzeuge wären. Auch hierbei zieht China an den anderen Ländern vorbei, was die Studie auf die standardisierten Richtlinien in China und die Offenheit gegenüber den selbstfahrenden Autos zurückführt. Das lockt führende Hersteller aus dem Ausland an, doch versucht die chinesische Industrie stark aufzuholen.

Aber auch in anderen Ländern kommen die gesetzlichen Grundlagen voran. In Großbritannien wurde ein entsprechender Gesetzentwurf im Juni dieses Jahres in Kraft gesetzt. Weitere Pioniere in diesem Bereich seien die USA, Singapur und die Niederlande. Derweil beschäftige sich Deutschland immer noch mit den Problemen der “alten” Automobilwelt, wie dem Dieselmotor. Dennoch reagiert die Industrie und hat wichtige Kooperationspartner in China gefunden.

Des Weiteren zeigt der Bericht auf, dass die Investitionen in dem Bereich zugenommen haben. So wurden 25 Milliarden US-Dollar in Mobilität und Künstliche Intelligenz gepumpt. 2017 waren es noch 14 Milliarden US-Dollar. Die höchste Zunahme entfällt jedoch auf die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen mit einer Steigerungsrate von 153 Prozent. Dabei fließt das meiste Geld nach China.

Die Zahl der Angestellten im Bereich des Autonomen Fahrens nimmt permanent zu. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 27 Prozent auf ein Allzeithoch von 57.000 Beschäftigten. Zudem weisen auch die Patente in diese Richtung, denn diese steigen ebenfalls: Im Vergleich zu letztem Jahr stieg die Anzahl der Patente für das Autonome Fahren um 1,7 Prozent auf 3,9 Prozent der angemeldeten Patente im ersten Halbjahr 2018.

Der Bericht zeigt also ebenfalls eine ausbauende Vormachtstellung von China auf – bei der E-Mobilität, der Shared Mobility und dem Autonomen Fahren. Das Länder-Ranking wird von Asien dominiert, wobei China, Singapur und Südkorea die Liste anführen. In westlichen Ländern stagniert die Entwicklung hingegen.

Aber noch hat sich kein Marktführer beim Car-Sharing herausgebildet, wie die Studie vermerkt. Zwar wird Uber am höchsten bewertet, jedoch kennen nur 46 Prozent der Befragten diese US-Firma. Danach folgt blablacar mit 20 Prozent und car2go von Daimler kennen 9 Prozent.

Mitteilung

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