Autonomes Fahren und die Unfallgefahr

Das große Versprechen des Autonomen Fahrens ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Gibt es also dann keine Unfälle mehr?

Dem Autonomen Fahren wird viel nachgesagt. Vor allem aber, so die Branche, wird es die Verkehrssicherheit erhöhen. Man spricht gar von der Vision Zero. Diese Vision impliziert, dass es keine Verkehrstoten mehr gibt.

Unfallwagen

Unfallwagen

Diese Aussicht ist verführerisch, denn jedes Jahr sterben alleine in Deutschland rund 3.000 Menschen im Straßenverkehr. Eine Größenordnung, die in anderen Bereichen, wie die Zahl der durch Drogen getöteten Menschen, zu politischen Reaktionen führen würde.

Aber kann diese Vision mithilfe des Autonomen Fahrens tatsächlich erreicht werden? Die kurze Antwort ist selbstverständlich: nein. Aber der Studie des IIHS aus den USA, wonach nur 30 Prozent der Unfälle eliminiert werden, muss ich dennoch widersprechen. Da ist sicherlich mehr möglich, doch eine kompletter Wegfall der Verkehrstoten, erscheint mir unwahrscheinlich.

Wenn die Technik denn in einigen Jahren tatsächlich marktreif ist, werden ja nicht plötzlich alle Autos von selbst fahren. Es wird noch über Jahre oder gar Dekaden manuell gesteuerte Fahrzeuge geben. Nicht weil die Menschen sich das nicht nehmen lassen wollen, sondern weil ein Auto eine gewisse Zeit lang fährt, bevor es den auf den ewigen Schrottplatz fährt.

Dieser gemischte Verkehr wird zu Problemen führen und die Fahrzeuge irritieren. Vor allem aber liegt die Unfallursache bei 90 Prozent beim Menschen. Sollte es jedoch unterschiedliche Fahrbahnen geben, könnte der Faktor reduziert werden und würde vermutlich die Vorteile des Autonomen Fahrens unterstreichen.

Geht man davon aus, dass es tatsächlich nur noch Autonome Fahrzeuge gibt, die sicher funktionieren, bleiben dennoch Umwetter- und Umweltkatastrophen, die die Unfallgefahr auch für diese Fahrzeuge erhöhen. Derzeit handelt es sich beim Autonomen Fahren noch um eine Schön-Wetter-Tätigkeit, doch das könnte sich schon in den nächsten Jahren ändern.

Hinzukommen Verkehrssituationen, in denen die steuernde KI nicht weiter weiß. Sei es eine noch nie da gewesene Verkehrssituation oder ein Defekt der Hard- oder Software. Anfänglich wird man sicherlich eine Fernsteuerung einbauen, womit die Fahrzeuge aus solchen Situationen herauskommen, aber langfristig wird dieses Sicherheitsbackup aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr angeboten.

Last but not least werden diese Fahrzeuge, sei es aus böser Absicht oder aus Jux, gehackt. Auch hierbei muss man mit Toten rechnen, obwohl das eigentlich nicht direkt dem Autonomen Fahren zuzurechnen ist.

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