Autonomes Fahren und die Frage der Zahlungsbereitschaft

Je nach dem, in welcher Form das Autonome Fahren auf die Straße kommt, je nach dem werden sich auch die Kosten dafür belaufen. Man nehme also an, die Fahrzeuge wären technisch so weit und könnten zugelassen werden. Wie würde das aussehen?

Die Geschäftsmodelle für das Autonome Fahren werden derzeit noch entwickelt. Die Frage ist, ob es auch als Privatauto auf den Markt kommt?

Autonomous Driving

Autonomous Driving

Einige Branchenbeteiligte setzen auf das Konzept des Robotertaxis. Derart gibt es bereits einen solchen Dienst in Las Vegas, der von Lyft und Aptiv betrieben wird, und einen Service in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, der von der Google-Schwester Waymo angeboten wird.

Ein weiteres Modell sind die Autonome E-Shuttles, die vor allem den öffentlichen Nahverkehr ergänzen sollen. Da es aber noch nicht zugelassen werden kann, fahren diese Fahrzeuge meist auf Privatgelände. In Berlin soll nun ein Shuttle im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden, in Hamburg fährt ein solches Vehikel auf der Teststrecke und in Bad Birnbach verkehren sie auch schon mit Fahrgästen.

Das Modell des Autonomen Privatautos ist umstritten. Dabei geht es um die Frage, ob die Vorteile beim Kraftstoffverbrauch durch private Fahrzeuge aufgehoben werden. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Das Auto fährt die Eltern zur Arbeit und fährt dann wieder nach Hause. Dann werden die Kinder in die Schule gefahren und das Auto fährt wieder nach Hause. Am Schulende oder zum Feierabend fährt das Auto wieder los, um die Leute abholen.

Es gibt also eine Reihe von Leerfahrten. Das kann auch erfolgen, wenn die Fahrzeuge beispielsweise während des Einkaufs auf Tour geschickt werden, um den Parkplatz zu sparen. Eine Studie von US-Forschenden mit dem Fokus auf Texas erklärten sogar, dass solche Leerfahrten begrenzt werden müssten.

Die Vorteile wie Umweltverschmutzungsreduktion, die Verringerung der Parkplätze und des Verkehrs würden nicht eintreten. Sicherlich, die Vorteile, die Zeit im Auto anders zu nutzen ist verlockend, doch was ist man bereit dafür zu bezahlen?

Die Fahrzeuge würden vor allem auch ob der Sensorik recht teuer werden. Ein Lidarsystem, und davon bräuchte das Auto einige, beläuft sich immer noch auf einen vierstelligen Betrag. Kommt es zu einem Unfall oder muss etwas ersetzt werden, müssen die Systeme neu kalibriert werden. Die Reparaturkosten würden also ebenfalls steigen.

Doch die Zahlen decken sich kaum mit den Umfrageergebnissen. Die Studie “Enabling the Value of Time” befragte Interessierte in verschiedenen Ländern. Durchschnittlich wären die Menschen in Deutschland bereit mehr als 1.500 Euro dafür auszugeben. Das deckt aber kaum die entstandenen Kosten für Lidarsysteme oder für die entwickelte Software.

Auch Teslas, die auf einen Lidar verzichten, würden teurer werden, das kündigte Elon Musk vor Kurzem an. Wären die Menschen auch bereit einen Autokreditvergleich zu bemühen, um sich ein solches Auto leisten zu können? Die Leute müssten deutlich mehr Geld investieren, um ein solches Fahrzeug zu kaufen. Die Haltungskosten würden vielleicht sinken, auch weil das System interne Fehler entdecken und rechtzeitig zur Wartung aufrufen würde. Aber auch Reparaturkosten würden erhöht, was sich vermutlich auch auf die Versicherung auswirken würde.

Ist das Privatauto beim Autonomen Fahren also ein tragendes Geschäftsmodell? Ich denke eher nicht und dann stellt sich die Frage, was haben die Hersteller davon? Sie verkaufen ihre Wagen dann eher an Fahrdienste und Fuhrparkmanager. Die Abnahme großer Stückzahlen würden den Preis senken. Also ist das Geschäftsmodell des Robotertaxis sinnvoller, so meine Meinung, als das der privaten Fahrzeuge, die von selbst fahren.

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