Autonomes Fahren und das fehlende Vertrauen

Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale wird nicht vertraut. Informationen und Erfahrung könnte das ändern. 

Der US-Autobauer General Motors wollte bis zu 5.000 Robotertaxis durch Cruise Automation auf die Straße bringen, doch die Genehmigung wurde nicht erteilt. Das Unternehmen hat Widerspruch eingelegt.

GM-Cadillac-CTS

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Inzwischen reifte bei General Motors auch die Einsicht, dass es mehr Vertrauen in die Technik braucht, um sie auf die Straße zu bringen. Das sei genauso wichtig, wie die Technik selbst. Auch andere Branchenbeteiligte, wie beispielsweise Waymo, setzt dabei auf vertrauensbildende Kampagnen.

Derweil steigen die Investitionen in die Milliardenhöhe und das soll sich schließlich lohnen. Noch dieses Jahr plante General Motors den Einsatz der Robotertaxis, wobei das inzwischen fraglich geworden ist. Denn die Genehmigung von Bundesverkehrsministerium in den USA (DOT) blieb aus.

Nach Ansicht vieler Expertisen brauchen die Menschen noch Zeit, um sich an die Technik zu gewöhnen. Viele sehen den Wandel in der Einstellung durch die Erfahrung. Doch zunächst müssen die Menschen überzeugt werden, dass die Fahrzeuge sicher sind, sonst steigen sie erst gar nicht ein. Dies wurde weitgehend versäumt, so Ian Sage. Er ist Chefingenieur für Innovation beim Unternehmen für Automobildesign und Technologielösungen GHSP.

Verschiedenen Studien sehen unterschiedliche Zahlen bei der Akzeptanz der Technik. Einer Studie von Cox Automotive aus dem Jahr 2018 nach, fühlen sich nur 16 Prozent der Befragten damit wohl, dass die Fahrzeuge weder über ein Lenkrad noch über Pedale verfügten. GM wollte daher diese Interventionsmöglichkeiten reintegrieren.

Die Cox-Studie fand auch heraus, dass sich die Menschen Tests in der realen Welt wünschten. Aber 54 Prozent würden es vorziehen, wenn es nicht in ihrer Stadt passieren würde.

Man müsste versuchen, die Menschen an Bord solcher Fahrzeuge zu bringen. Sie sollten verstehen, wie das Fahrzeug funktioniert und welche Daten verwendet werden. Dabei helfe eine Kommunikation mit der Außenwelt, wie es beispielsweise durch Licht oder durch große Augen bei Jaguar Land Rover vorgenommen wird.

Argo AI, das Startup, das im Auftrag von Ford an der Technik forscht, will das Autonome Fahren besser erklären und plant, in den Teststädten, entsprechende Aufklärungsseminare anzubieten. Bisher ist man in fünf Städten unterwegs, zuletzt kam Detroit dazu. Eine weitere Stadt soll es noch dieses Jahr geben.

Die Testenden fanden heraus, dass die Menschen vor den Sensoren mit ihren Händen wedelten, um sicherzugehen, dass sie gesehen werden. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Menschen nicht wissen, wie sie auf die Fahrzeuge reagieren sollten. Je öfter sie sie sehen, desto mehr Vertrauen könnte man aufbauen.

Derart setzt man auf Gewohnheit und auf Wissen, um die Akzeptanz zu erhöhen. Erst wenn sie bereit sind einzusteigen, hätte man einen Erfolg zu verbuchen.

Quelle (englisch)

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