Autonomes Fahren kommt in welcher Variante?

Je nach Anwendungsfall wird das Autonome Fahren auf den Straßen ankommen. Was geschieht mit dem Wagen? Was wird zuerst da sein? Und werden die Kinder mit Robotertaxi zur Schule gebracht werden?

Die Teilautonomie (Level 2 und 3) hat schon so langsam an Fahrt aufgenommen, also Fahrzeuge die auf der Autobahn von selbst fahren können. Jedoch muss man weiterhin das Fahrzeug kontrollieren, denn es kann immernoch viele Verkehrssituationen nicht einschätzen. Das wird sich nach und nach und vor allem ob der Künstlichen Intelligenz (KI) ändern.

EasyMile Shuttle Campus Charite Berlin

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Von Teil- zur Hochautonomie

Was dann kommt, ist der Theorie nach Level 4, also die Hochautonomie. Das bedeutet, dass der Wagen schon viele Verkehrsszenarien abdecken kann und beispielsweise auf der Landstraße fahren kann und dass das Auto auch andere Fahrzeuge überholt. Von Level 4 zu Level 5 wird der Weg dann nicht mehr so weit sein, denn die KI wird schnell dazu lernen. Das kostet vor allem Strom und Rechenkapazität. Da sind zwar wir noch nicht, obgleich Waymo (Google) Level 4 in Bälde anbieten will – auch in Europa.

Und da sind wir auch schon beim Einsatzgebiet. Das Fahrzeug kann dann von selbst den Weg finden, dahin navigieren und Personen abholen. Es fährt auch alleine zum Aufladen, denn einige Hersteller wollen die E-Mobilität mit dem Autonomen Fahren kombinieren, oder es parkt sich ab.

Autonomes Parken & Bezahlen

In vielen Szenarien findet sich der Parkplatz denn außerhalb der Innenstädte, die dann an Platz dazu gewinnnen. In anderen Szenarien fahren die Autos als Robotertaxis dann nur noch hin und her, und parken sie nur zum Laden. So wie es heute schon die Robotermäher und Robotersauger machen.

Wenn das Auto allerdings zum Parken fährt, stellt sich die Kostenfrage. Das Bezahlen aus dem Auto heraus steht noch vor einigen Herausforderungen. Die Absicherung der finanziellen Transaktion und vor allem braucht es Kooperationspartner, die das Konzept mittragen. Vielleicht sollten die Hersteller schon jetzt Parkplatzflächen außerhalb der Innenstädte aufkaufen, um es dort zu ermöglichen. Vielleicht auch gleich mit der entsprechenden Lade-Infrastruktur.

Das Parken im Parkhaus, also das Valet-Parking, ist bereits in der Mache. Im Museum von Daimler in Stuttgart oder an der Universität von Aachen gibt es derartige Konzepte. Dabei stellt man seinen Wagen an einer bestimmten Stelle ab und es fährt von selbst in das Parkhaus. Das spart im Parkhaus Platz, weil die Fahrzeuge sehr dicht nebeneinander abgestellt werden können, denn es steigt ja niemand mehr aus oder ein. Im Inneren orientiert sich das Fahrzeug mit der internen Sensorik, den Sensoren des Parkhauses und einer Karte. Daran arbeitet u.a. gerade HERE, aber auch das Universität von Utha hat eine Methode dafür entwickelt.

Privatautos & das Autonome Fahren?

Vermutlich werden aber solche Fahrzeuge, schon ob der Sensorik recht teuer werden und ein solches Auto zu kaufen wird für Privatpersonen kaum mehr wirtschaftlich sein. Vermutlich wird es sich eher so verhalten, dass man eine Fahrt bucht und das Auto gehört zu einem Flottenbetreiber. Fährt man viel, kauft man sich ein Abo. Durch das viele Fahren, wird sich der Preis eher lohnen. Aber Privatautos stehen in der Regel nur herum und rauben Straßenfläche. Der Preis wird durch eine Parkraumbewirtschaftung in den Innenstädten zusätzlich erhöhen. Auf dem Land könnte sich das noch anders verhalten, wobei der Komfort auch dort das Robotertaxi ankommen lässt. Dort gibt es auch weniger ÖPNV und das wird wohl mit dem Autonomen Fahren verknüpft. Vor allem auf der Schiene wäre es wohl einfacher, als auf der Straße. Warum man das nicht schon längst in Angriff genommen hat, ist mir ein Rätsel und lässt sich wohl vor allem durch die hohen Kosten und dem konservativen Geist vieler Kommunen erklären. Vor allem Shuttles, wie es sie von EasyMile oder Navya gibt, könnten hier den Anfang machen.

EasyMile Shuttle Campus Charite Berlin

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Ende der konventionellen Taxi Branche

Zudem kann durch den hohen Verschleiß – durch die hohe Kilometerleistung im Jahr – neuere Technik schneller einziehen, was sowohl die Hard- als auch die Software betrifft. Der Preis für eine Fahrt wird aber günstiger sein, als heute eine Fahrt mit dem Privatauto – auch ob der hohen Fahrleistung, aber vor allem weil man keine Fahrenden mehr bezahlen muss. So wird denn auch die konventionelle Taxibranche sich nicht mehr lange halten können. So erfolgreich der Protest gegen Uber auch war, so schnell wird deren Ende mit der Etablierung des Autonomen Fahrens kommen. Auch Berufs-Lkw-Fahrende werden in ein paar Jahren keinen reinen Fahrjob mehr erledigen.

Kinder autonom zur Schule fahren lassen?

Ob man die Kinder dann mit einem solchen Auto zur Schule bringen lassen kann, hängt dann weniger von der Möglichkeit ab, als mehr vom Vertrauen in die Technik. Womöglich wird es aber weiterhin Schulbusse geben, die vielleicht langsamer sind, aber über mehr Sicherheitssyteme verfügen.

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