Autonome E-Shuttles machen den Anfang

Autonome E-Shuttles machen den Anfang beim Autonomen Fahren im öffentlichen Straßenverkehr.

Jüngst hat der Daimler-Chef Källenius erklärt, man muss sparen. Der Wandel zehrt an der Substanz der Hersteller – nicht nur bei Mercedes-Benz. Die Kosten für die Entwicklung des Autonomen Fahrens im Auto sind enorm und trotz der ursprünglichen Denke, ist auch heute – im Jahr 2020 – das Autonome Fahren noch immer keine Realität.

Autonome E-Shuttles von EasyMile in Berlin

Autonome E-Shuttles von EasyMile in Berlin

Das liegt einerseits an der technischen Entwicklung, die hinter den Erwartungen her hinkt und andererseits an den rechtlichen Rahmenbedingungen. Auf UN-Ebene arbeitet man immer noch an den Zulassungskriterien für Fahrzeuge auf Level 3. Level 4 oder Level 5, die eigentlichen Autonomie-Level, sind noch gar nicht in Angriff genommen worden.

Was jedoch immer öfter vorkommt, ist das Autonome E-Shuttle. In Deutschland mehren sich derartige Projekte. In Nordrhein-Westfalen gibt es neue Einsatzgebiete in dem Bereich, in Berlin kehrt das Projekt See-Meile zurück und in Bad Birnbach verkehren die Fahrzeuge bereits in Regelverkehr. Auf ganzen Welt werden die Fahrzeuge inzwischen eingesetzt. So beispielsweise in USA, Australien, Kanada, Frankreich, Saudi-Arabien oder Griechenland. Die Liste ist nicht erschöpfend.

Sie fahren mit geringer Geschwindigkeit, können bis zu 15 Personen befördern und dienen als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs. Dabei fahren sie meist auf vordefinierten Strecken und immer öfter als On-Demand-Service. Es mehren sich auch die Einsätze im öffentlichen Verkehr. Eine Genehmigung dafür erfolgt entweder als Forschungs- und Entwicklungsprojekt oder vom jeweiligen Land.

Die Platzhirsche in diesem Segment sind vor allem EasyMile, Navya und Local Motors. Doch immer mehr Hersteller und Startups gehen in diesen Bereich. Das jüngste Beispiel stammt aus Frankreich: Milla. Auch die beiden Hersteller EasyMile und Navya sind aus dem Land. Unter den Herstellern drängt beispielsweise Toyota mit dem Konzept e-Palette vor und unter den Zulieferer ist  ZF mit dem sogenannte People Mover zu nennen, was nur ein anderes Wort für Autonomes Shuttle ist. Auch Bosch oder Continental haben ihre Systeme bereits vorgestellt.

Sie bereiten den Weg für die automatisierten Autos, die noch für Jahre nicht im urbanen Straßenverkehr zu sehen sein werden. Da die Shuttles mit geringer Geschwindigkeit verkehren, können sie eher eingesetzt werden. Das spart Rechenkapazität und verkürzt den Bremsweg. Das ist technisch machbar und vor allem besteht nur ein geringes Risiko für eine Verkehrsgefährdung. Denn Sicherheit bedeutet nur, dass man das vorhandene Risiko akzeptiert.

Denn ein Unfall könnte die ersten zarten Auswüchse abrupt beenden. So gesehen beim tödlichen Unfall des Uber-Wagens im März 2018. Obwohl die Hauptschuld an der Testfahrerin lag, fügte der tödliche Ausgang der Entwicklung einen erheblichen Schaden bei. Die Tests wurden verzögert, es entstanden Unsicherheiten und vor allem ging das Vertrauen ein stückweit verloren. Allerdings gab es in Wien bereits einen leichten Unfall mit einem solchen Shuttle.

Es gibt sogar ein Projekt, bei dem ein Autonomes E-Shuttle mit bis zu 70 Stundenkilometern verkehrt. Damit könnte man Stadtränder anbinden oder sogar ländliche Gebiete mit Mobilität versorgen. Diese Fahrzeuge eignen sich dann für eine Verbindung zum nächsten Bahnhof oder Busstation. Diskutiert wird dabei auch, ob diese Fahrzeuge auf einer eigenen Strecke fahren sollen. Man könnte die Strecke, wie es bereits in Bayern ausprobiert wird, für die Nutzungsdauer für andere Fahrzeuge sperren.

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