Argo AI und die Herausforderungen

Der CEO von Argo AI, Bryan Salesky, stand gegenüber Autonews Rede und Antwort.

Das Unternehmen Argo AI steht im Dienste von Ford, um das Autonome Fahren zu entwickeln und es war ein Verhandlungspunkt bei der Kooperation von Volkswagen und Ford. In einem Interview äußerte sich Bryan Salesky, Chef von Argo AI, zu den noch zu lösenden Herausforderungen.

ford-argo-ai- Quelle Ford

Ford und Argo AI. Quelle Ford

Auch Salesky ist sich im Klaren darüber, dass es noch eine weite Strecke zum Autonomen Fahren ist. Doch man sieht sich auf einem guten Weg. Es ist aber kein “der Gewinner gewinnt alles”-Sprint zur Ziellinie, denn die sich eröffnenden Chancen seien größer, als es bisher schien. Die Entwicklung erfolgt allmählich, aber abgesichert, so Salesky bereits vor dem Interview.

Argo AI nahm seinen Anfang bei den DARPA Challenges, die vor über einer Dekade stattfanden. Salesky war damals leitender Softwareentwickler der Carnegie Mellon University, mit der man nun auch zusammenarbeitet. Diese Challenges brachten einen unglaublichen Schub für die Entwicklung des Autonomen Fahrens mit sich, so Salesky, und wären der Grund für die diesbezügliche führende Stellung der USA.

Salesky wirbt für die Technik mit den Vorteilen für die Gesellschaft: mehr Verkehrssicherheit, besserer Zugang zum Personentransport, erschwinglichere Preise und Bequemlichkeit. Der ÖPNV könne ergänzt werden, so ein weiteres Argument. Das Fahren als Spaßfaktor werde erhalten bleiben, wenn man es will. Aber man könnte Staus vermeiden und sich während der Fahrt entspannen.

Es wird aber noch dauern, bis das Autonome Fahren alltagstauglich ist und die Branche muss über die Entwicklung informieren. Man muss den Menschen erklären, so Salesky, was sie erwartet.

Trotz der gewaltigen Fortschritte, die man in den letzten Jahren gemacht hätte, gäbe es noch einige Herausforderungen, die es zu meistern gelte. Auf der technischen Seite wäre das der Betrieb bei Nacht, im Nebel oder bei Schneefall. Dafür kooperiere man mit der Carnegie Mellon University. Außerdem habe man der Wissenschaft Einblicke in sein HD-Kartenmaterial gewährt.

Abseits der Technik müsse man aber auch sicherstellen, dass die Technik des Autonomen Fahrens in der Gesellschaft akzeptiert sei. Dafür muss man die Bevölkerung über die technischen Entwicklungen informieren.

Die Tests führe man in verschiedenen Städten durch, da das Fahrverhalten sich unterscheide. Je nach Standort muss sich die Software im Auto darauf einstellen. Besonders schwer sei Miami, weil die Leute sich dort kaum an Verkehrsregeln halten würden. In Detroit fehlen dafür oftmals Fahrbahnmarkierungen und es gibt viele Schlaglöcher.

Salesky warnt davor, dass man Assistenzsysteme als selbstfahrende Systeme verkaufe. Es sei irreführend und falsch. Dies ist ein Seitenhieb auf Tesla, dessen Autopilot nur unterstützenden Charakter hat. Ohne Lidar seien die Systeme nicht in der Lage, das Autonome Fahren abzubilden. Tesla verzichtet auf Lidar.

Wenn die Fahrenden in der Verantwortung stehen, wäre es kein selbstfahrendes Auto. Erst wenn das Auto den Menschen dazu auffordert, die Kontrolle zu übernehmen, handele es sich um ein selbstfahrendes Auto.

Inspiration für die Entwicklung der Technik gaben auch Filme. Salesky zieht mit HAL aus 2001 ein Negativbeispiel und mit Knight Rider ein Positivbeispiel.

Ein weiteres Problem, das man in den USA nicht so sieht, ist die Frage der Zulassung. Das ist vor dem Hintergrund interessant, dass sich Volkswagen dort eingekauft hat. Es wird aber Probleme geben, die Technik von Argo AI in Deutschland zuzulassen.

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