Aptiv: 2021 ist zu früh

Der Chef von Aptiv gab an, dass er nicht an die Bereitstellung von Level 4 (Hochautonomie) im Jahr 2021 glaubt.

Die Zeitmarken für die Etablierung des Autonomen Fahrens sind schon seit den ersten Entwicklungen ein wichtiges Thema. Wann wird das Autonome Fahren alltagsreif sein? Das fragen sich nicht nur die Medien, sondern auch die Bevölkerung. Immer wieder gibt es Jahreszahlen, die von den Herstellern angegeben werden. Doch wie realistisch sind diese Aussichten?

Aptiv Testfahrzeug.

Aptiv Testfahrzeug. Quelle AN

Vor allem der Chef von Tesla, Elon Musk, hat seine Deadlines immer wieder verschieben müssen. So wollte man schon 2015 einen Autonomiegrad von 90 Prozent erreicht haben. Dass das nicht eingetreten ist, ist bekannt. Die meisten Hersteller glauben derzeit, dass Level 4 bis 2021 auf die Straße komme. Vor dem Hintergrund, dass Waymo seine Level-4-Fahrzeuge bereits im kommerziellen Einsatz hat, ist das doch eigentlich glaubhaft, oder?

Der Chef von Aptiv, Glen De Vos, sieht diese Zeitmarke allerdings kritisch, ja geradezu aggressiv. Das gab es auf einer Testfahrt während der CES 2019 gegenüber Autonews an. Er glaubt, dass man bis dahin einen eingeschränkten Dienst anbieten kann. Er selbst sieht keinen Grund, sich derart zu beeilen. Denn es gibt nicht nur einen Gewinner bei dieser Entwicklung. Auch bei Mercedes-Benz will man nicht der erste sein.

De Vos glaubt, dass die Verkehrswende bezüglich der Automatisierung der Fahrzeuge erst 2025 eintreten wird. Er selbst sieht Waymo an der Führung und Cruise Automation, die Tochterfirma von General Motors, in der Nähe. Zusammen wollen die beiden noch dieses Jahr einen Robotertaxidienst in Kalifornien anbieten. Kürzlich wurde aber bekannt, dass es Zweifel an der Einführung gibt.

Die Nächsten, die dem Reigen einstimmen würden, so De Vos, wären Aptiv und dann Uber. Den Zulieferfirmen spricht er die Fähigkeit dazu aber ab. Aptivs Zulieferer sind Bosch, Continental und Veoneer.

Einer inzwischen etwas älteren Navigant Studie nach, stehen Waymo und GM tatsächlich an der Spitze, gefolgt von dem Kooperationsblock Mercedes-Benz und Bosch, gefolgt von Ford. Danach kämen VW und Audi, dann BMW und dann Aptiv. Uber belegt der Studie nach Platz 17.

Der Vorteil von Aptiv, so De Vos, wäre die Skalierbarkeit der Architektur. Derzeit verfügt das Unternehmen über ein Flotte von 75 Testfahrzeugen, wobei man mit Lyft zusammenarbeitet und dafür 30 Fahrzeuge verwendet. Das Hauptquartier dieser Kooperation ist Las Vegas.

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