Andrew Ng: Menschen müssen sich der Technik anpassen

Der bekannte Entwickler von Autonomen Fahreigenschaften, Andrew Ng, fordert die Passantenverkehr stärker zu regulieren.

Damit die Autonomen Autos rollen können, sollen sich die Zufußgehenden besser im Straßenverkehr verhalten, so die Forderung des Entwicklers Andrew Ng gemäß der US-Medienberichte.

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Seit diesem März ist das Thema der Passanten und der Autonomen Fahrzeuge ein heißes Eisen in den USA. Dabei kam längst heraus, dass der tödliche Unfall, bei dem eine Frau ums Leben kam, auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Dennoch wird vor allem in den USA heftig darüber diskutiert, ob und wie man die Autonomen Fahrzeuge an die Leine legen kann. Das zeigt sich exemplarisch in Pennsylvania, wo man zwischen Innovationsbegrenzung und Sicherheit pendelt.

Nun fordert der der US-amerikanische Informatiker mit chinesischen Wurzeln, Andrew Ng, dass die Menschen mehr auf den Verkehr achten sollten. Derart könnte sich die Entwicklung des Autonomen Fahrens schneller ereignen. Er ist auch einer der führenden Köpfe bei der Entwicklung der Technik und ist beispielsweise bei dem Startup Drive.ai beteiligt.

Kritische Stimmen monieren, dass seit dem tödlichen Unfall im März die Serienreife nach hinten verschoben wurde und man nimmt an, das hätte mit dem Unfall zu tun. Tatsächlich verschieben sich die Termine für die Markteinführung, seit dem man an der Entwicklung arbeitet.

Ng glaubt die Einführung der Technik sei früher möglich, würden sich nur die Passanten im Straßenverkehr benehmen. Doch die Menschen, so diese kritische Stimme, sind nun mal nicht so gut trainierbar und sie handeln immer irrational. Man könnte jedoch auch sagen, die Menschen sind lernfähig und passen sich an. Denn es gibt kaum Vorfälle von Menschen, die über die Autobahn rennen, auch wenn es kürzer wäre. Man könnte also sagen, die Menschen haben sich an die Autobahn gewöhnt.

Würden die Menschen also nur dort die Straße überqueren, wo ein Zebrastreifen vorhanden ist, würde das den Autonomen Autos enorm helfen. Doch das ist schon irgendwie eine Utopie. So sehen weitere kritische Stimmen darin ein Bekenntnis, dass die Technologie noch nicht so weit ist und das mag stimmen. Daher testet man fieberhaft an der Technologie.

Die Technik sollte doch die Zahl der Verkehrstoten reduzieren und die Aussage Ngs ist doch so zu werten, dass das nur geht, wenn der Mensch sich ändert. Andrew Ng sieht darin jedoch keinen Widerspruch, denn das menschliche Verhalten habe sich immer auf die sich ändernde Verkehrsverhältnisse angepasst. So steht man nicht auf den Gleisen, wenn ein Zug kommt und man weiß, dass Schulbusse häufig halten und dann Kinder unvermittelt über die Straße rennen. Auch mit dem Autonomen Fahren würden sich neue Verhaltensregeln einpendeln, so Ng.

Der Geschichtsforscher der Universität von Virginia, Peter Norton, hat dargelegt, dass es bereits vorgekommen ist, dass die Industrie für die Entwicklung Einfluss auf die Gesetze genommen hat. Das unachtsame über die Straße gehen wurde in den 1920er Jahren zu einem Verstoß, wofür sich Autohersteller eingesetzt haben, um den Verkauf anzukurbeln.

Shuchisnigdha Deb, eine Forscherin am Center for Advanced Vehicular Systems der Missippi State University, fordert Schulungsprogramme, um den Menschen das Vertrauen in die Technik zu geben. Damit sollen sie die Fähigkeit erlernen, mit der Technik umzugehen. Auch die neueste Bundesrichtlinie in den USA verweist in diese Richtung.

Und auch in Deutschland und Österreich gab es Aufklärungskampagnen in den 1960er Jahren, nach dem es etliche Unfälle mit Passanten gab. Allein in Deutschland sank damit die Zahl der Verkehrstoten von über 6.000 Passanten auf weniger als 500 im Jahr 2016. Die Zahl der Verkehrstoten liegt pro Jahr bei rund 3.000 Personen. Auch wenn die Zahl sank, hat es dennoch Abertausenden das Leben gekostet und man hat nicht die Autos verbessert, sondern die Menschen darauf trainiert – ganz im Sinne der Autoindustrie.

Andere geben zu bedenken, dass es Menschen gibt, die die Technik aber herausfordern und extra vor den Autonomen Fahrzeugen von beispielsweise Waymo auf die Straße treten, um zu sehen, ob sie wirklich anhalten. Doch das kann auch ins Auge gehen. So sagte Paul Newman, der Mitbegründer von Oxbotica, dass die Menschen zu glauben scheinen, dass bei den Autos die Gesetze der Physik nicht mehr gelten, obgleich sie ja tatsächlich übermenschliche Wahrnehmungsfähigkeiten haben. Aber auch das wird vorbei gehen, wenn die Autonome Fahrtechnik normal wird.

Bis dahin setzt die Industrie beispielsweise auf Kenntlichmachung der Fahrzeuge, damit man weiß, womit man es zu tun hat. Außerdem will man mit dem Umfeld mit Licht, Tönen und LED Schriften kommunizieren. Oder die Fahrzeuge bleiben auf Gebieten, zu denen der Mensch keinen Zutritt hat.

Quelle (englisch)

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