Altmaier: Führungsrolle Deutschlands | Kommentar

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier reklamiert eine deutsche Führungsrolle im Bereich des Autonomen Fahrens.

Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister und CDU Mitglied, will Deutschland an die Spitze der Entwicklung beim Autonomen Fahren hieven lassen. Er sagte, dass die Firmen hierzulande Spitze bei der Herstellung von Autos seien. Nun müsse man diese Technologie mit der Künstlichen Intelligenz und Big Data kombinieren.

Deutsche-Fahne

Die Aussage tätigte der Minister auf der DLD Innovationskonferenz in München. Das klingt, als wäre es die leichteste Übung, doch verschweigt er, dass man in Sachen Künstlicher Intelligenz jahrelang geschludert hat. Die Technologie trat erst im letzten Jahr auf den Schirm der Regierung. Es klingt, als wäre es so einfach, die Produktion von Autos mit der Künstlichen Intelligenz zu kombinieren.

Seine Idee ist nun ebenfalls so einfach wie der Gedankengang. Man verbessere die Bedingungen für Startups. Denn Deutschland selbst sei ob der Wiedervereinigung 1990 eine Art von Startup gewesen, so Altmaier.

Altmaier konstatiert, dass die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz so wichtig sei, wie die Dampfmaschine für die industrielle Revolution. Das stimmt, doch woher soll der Dampf für das Zeitalter der Digitalisierung kommen. Die Startups werden es schon richten? Das ist also der ganze Plan.

Ja, es wird ein paar Investitionen in Künstliche Intelligenz geben, wie man 2018 ankündigte. Es wird eine Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen geben und man hat eine Hightech-Strategie 2025 in Arbeit. Dabei spricht man über mögliche Förderungen für Künstliche Intelligenzen.

Derweil setzen die Autohersteller hierzulande auf enge Kooperation mit der ehemaligen Konkurrenz. Ford und Volkswagen haben jüngst einige Details verkündet. Am Wochenende überraschte die Meldung, dass BMW und Mercedes-Benz enger zusammenarbeiten wollen. Das sind denn tatsächlich Konsequenzen aus der Entwicklung des Autonomen Fahrens. Denn kein Autohersteller hat so viel Kompetenz in Sachen Software und so viel finanzielle Möglichkeiten, wie beispielsweise die Google-Schwester Waymo.

Das US-amerikanische Unternehmen bedient sich der Künstlichen Intelligenz und hat vor Kurzem einen Durchbruch bei der Sensorauswertung vermeldet. Neben IT-Riesen, wie Waymo, drängen auch Startups auf den Markt des Autonomen Fahrens. Der Wettbewerb wird härter und die IT-Fachleute sind knapp. Der Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer (CSU), der mit der der neuen Technologie, genannt Diesel, kämpft, widmet sich der Privatisierung der Autobahn und hat kein Problem mit riesigen Funklöchern, die auch bei 5G entstehen werden. Die Forschungsministerin, Anja Karliczek, die sich über die Homoehe empört und keine 5G Antennen an jeder Milchkanne braucht, hat eben Mut zur Lücke. Ja, eine zukunftsversierte Politik auf allen Feldern.

Fragen zur Haftung, der Sicherheitsbewertung, der Mischung von manuellen und autonomen Fahrzeugen und des Umweltschutzes werden hinausgezögert – und wer meckert, dem wird die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Aber die Startups werden es schon richten und tragen Deutschland auf ihren Händen nach vorne. Man kann sich dann zurücklehnen und muss nur noch zuschauen, wie man die Spitze erklimmt. Derweil kann sich die Regierung hierzulande wieder der Verschärfung des Asylrechts widmen. Abschiebungen sind ja das Wichtigste in Deutschland. Über 3.000 Verkehrstote im Jahr sind da nicht so wichtig.

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