Süddeutsche Zeitung & Fahrermodelle | Kommentar

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In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wurde der „Rollentausch“ zwischen Auto und Mensch diskutiert, mit der Angst vor Datenmißbrauch.

Kameras zur Ueberwachung Fahrender

Mit dem Artikel der Süddeutschen Zeitung kommt nun vielleicht ein gesellschaftlicher Diskurs über die Technik auf, die die kommenden Jahre das Auto beherrschen wird. Schon der Stern hatte einmal darüber berichtet.

Dennoch ist anzumerken, dass der Fokus auf den Datenschutz nicht nur das Auto betrifft. Es ist wohl eher ein Allgemeinproblem im digitalen Zeitalter. Der „Gefährliche Rollentausch“ des erwähnten Artikels meint die Beobachtung des Autos der Insassen, statt der eigenen Systeme. Der eigentliche Rollentausch ist m.E. aber die Übernahme der Kontrolle der Maschine über sich und den Menschen, statt der menschlichen Kontrolle über die Maschine.

Anfänglich wird der Artikel auch damit umrissen, dass die Maschinen nicht unfehlbar sind, aber, dass man bereits 2020 über die Technik verfüge, Autos selbstständig fahren zu lassen. Derart bräuchte es keine Überwachung der Insassen. Das ist m.E. übertrieben, denn die Technik ist noch lange nicht so weit, jede Verkehrssituation zu beherrschen, das ist wohl auch die Unfehlbarkeit. Bis 2020 wird der Autobahnassistent vermutlich aber seinen Einzug gehalten haben.

Die Anfälligkeit digitaler Systeme durch Hackerangriffe ist in der Tat gegeben, wie einige Verbände auch zu Recht kritisieren. Dies ist aber ebenfalls kein autospezifisches Problem, wenngleich es hier schwerwiegendere Konsequenzen haben kann, als Nacktbilder im Internet. Es muss gesetzlich gesichert sein, wer die Daten einsehen kann.

Anders als in dem Artikel, in dem der Fokus auf die Kameras liegt, die sich dem Fahrenden zuwenden, gelten meine Bedenken der Strecke, der Eingriffe in Brems- und Lenkverhalten, sowie der Überwachung der Position.

Die nach Innen gerichteten Kameras beliefern Systeme, die sich der Intension und der Aufmerksamkeit des Fahrenden widmen. Die Absicht ist interessant, da beispielsweise bei einem gewollten Spurwechselmanöver keine Spurwechselwarnung ertönt. Die Aufmerksamkeit bedarf ja keiner Erläuterung. Inzwischen geht man sogar nicht mehr nur von der Überwachung des Fahrenden aus, sondern aller Insassen. Derart will man die Aufmerksamkeit des Fahrenden besser lenken können.

Die Bewegungsprofile des Kopfes werden aufgezeichnet, auch um daraus zu lernen. Es besteht natürlich die Gefahr, dass auch diese Datensätze gestohlen oder manipuliert werden. Auch die emotionale Verfassung kann damit ermittelt werden, so der Artikel und warnt vor einer permanenten „psychologischen Studie“. Doch mir wird nicht klar, wer diese erstellen sollte? Das Vertrauen in Autohersteller bezüglich des Datenschutzes ist Studien nach recht hoch, doch ist es gerechtfertigt? Dies wird wohl – ähnlich dem NSA Skandal – erst nach Öffentlichwerden bekannt sein. Dass beispielsweise Google hingegen diese Daten zu Werbezwecken nutzen wird, scheint mir auf der Hand zu liegen. Doch hier arbeitet man ohne interne Kameras, da das Auto bereits weitgehend alleine fährt – wobei nur sehr langsam.

Nicht nur GM, wie im Artikel vermerkt, auch andere Firmen planen zumeist Infrarotkameras zur Fahrendenüberwachung einzusetzen. Und die „intelligente[n] Helfer, die man nicht unbedingt braucht“ – so der Artikel und meint Fahrassistenzsysteme, können viele Menschenleben retten, wie einige Studien beweisen.

Die Tatsache dass Menschen „aus dem Verkehr gezogen werden sollen“, hat in der Tat schon einige Wellen geschlagen: Vom Verlust der Fahrfreude bis zu der Frage, ob die Maschine die richtigen ethischen Entscheidungen trifft. Dennoch sind Menschen eben fehleranfälliger als Maschinen und nicht emotionsfrei. Darüberhinaus können sie sich nicht so schnell und gut vernetzen wie automatisierte Software. Dieser Datenaustausch kann zu einer Schwarmintelligenz führen, deren Vorteile in Stauvermeidung und Umweltschutz zu suchen sind.

Abschließend: Meines Erachtens hilft gegen Müdigkeit am Steuer nur eine bewährte Technik: Schlafen, nicht ein paar Minuten, nicht die frische Luft, nicht der Kaffee und auch nicht in Kombination, wie in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung empfohlen

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One Response to Süddeutsche Zeitung & Fahrermodelle | Kommentar

  1. Thomas September 3, 2014 at 11:41 am #

    Ich kann nicht verstehen, weshalb der Fokus beim autonomes fahren seitens der Medien stets von der negativen Seite beleuchtet wird, anstatt die Vorteile zu sehen.

    Zum Thema Datenschutz: Da wird bei Facebook detailiert die Urlaubswoche mit allen Erlebnissen und Orten aufgeführt, die letzte Laufstrecke beim joggen gepostet, es dann allerdings als Problem dargestellt, wenn das FZG evtl.(!) den wöchentlichen Fahrtweg zu Aldi aufzeichnet.

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