Mediale Rezeption des Autonomen Fahrens über das Jahrhundert der Autos

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Wie hat die Kultur, geprägt durch die Medien, das Fahren und die Anfänge des Autonomen Fahrens gesehen?

Bei der Vorstellung das Kapitel von Fabian Kröger „Das automatisierte Fahren im gesellschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Kontext“ empfohlen. Die kulturelle Geschichte des Autonomen Fahrens.

Auch wenn man von einem Automobil spricht, so muss man dennoch Gas geben, bremsen und lenken. In der Soziologie der 60er Jahre sprach man vom Gefühl des freien Raums, welcher aber auch nicht ganz ungefährlich ist. Schon früh begann der Traum vom gefahrlosen, technischgestützten Fahren. Nach Vorstellung von Herrn Kröger, eine Vermengung von technischen Errungenschaften und kultureller „Unheimlichkeit“.

Nach Ansicht des Autors begann die Forschung an Autonomen ob der Verringerung der Verkehrsunfälle. So beginnt die Geschichte des Autonomen Fahrens in den USA, wo die Motorisierung der Bevölkerung früher einsetzt als in Europa. Schon damals war menschliches Versagen der Hauptgrund und so kommt man schnell zur Automatisierungsidee. Den Anfang dafür sieht Kröger in der technischen Entwicklung der Radiotechnik und dem Flugzeug. Der Gyrokompass von E. Sperry zur Ausbalancierung des Flugzeugs, sowie die Radiotechnik zur Fernsteuerung mechanischer Einheiten. Nebenbei gesagt, eine militärische Erfindung für Torpedos.

Das ferngesteuerte Fahren eines Autos über Radio gelang 1921 in den USA, was in den 30er Jahren des Jahrhunderts zu gab es verschiedene Prototypen. 1933 gelang sogar die Steuerung eines Fahrzeugs aus einem Flugzeug heraus. Die damalige Presse bezeichnete das Auto als „phantom car“, „magic car“ oder „robot car“ – weswegen Kröger von „Unheimlichkeit“ spricht. In der Science-Fiction-Literatur der Zeit werden diese Fahrzeuge ebenfalls als geheimnisvoll beschrieben. Ich denke, vielleicht weil man sich das nicht vorstellen konnte und daher nur wenig über die Technik schreiben konnte. Allerdings kommen Sensoren, Navigationsgeräte und Sprachkommunikation vor.

Mit visuellen Formen kommt GM mit einem Kurzfilm bereits 1935 heraus, welches die Spur beibehalten kann, blinkt und Verkehrszeichen erkennt. Das Lenkrad dreht sich von alleine und es gibt keine Passagiere – so stellt Kröger die Frage: Ist die Sicherheit erst ohne den Menschen möglich?

Das Bild vom Autonomen Fahren sollte während und nach der großen wirtschaftlichen Depression in den USA wieder von Glanz und Gloria zeugen – der Kapitalismus komme wieder auf die Beine. So berichtete das Magazin Popular Science und Polular Mechanics 1938 zum ersten Mal vom Automatisierten Fahren: Die automatisierte Autobahn (Highway). Interessant ist, dass man hier mit Elektromagneten in der Straße an eine Transition zwischen Manuellem und Automatischem Fahren kommen sieht. Die Autobahn ist aufgeteilt in Spuren (Überhol-, Express- und Beschleunigungsstreifen) und ist für das Autonome Fahren kerzengerade ausgerichtet.

Erstmals wurde 1939 die Weltöffentlichkeit auf der New Yorker Weltausstellung mit der Idee konfrontiert. Eine Konstruktion verdeutlichte den automatischen Verkehr der Zukunft, der mit Radiowellen die Autos lenkt. Allerdings gab es keine weiteren Informationen zur Technik. Diese Vorstellung wird sich noch lange halten und auch in Filmen verwandt.

Der zweite Weltkrieg unterbrach die Entwicklung, doch neue Technologien bestärkten den Ideenreichtum wieder. Durch den Bilderreichtum dieser Zeit rezipiert der Autor die Vorstellungen der 50er Jahre. Das bedeutendste Bild ist eine Familie im Auto nicht fährt, sondern spielt. Inzwischen lassen sich die Sitze drehen (wie in der Konzeptstudie F 015) und der Vater spielt mit der Familie. Ein 50er Jahre Familienidyll verdeutlicht die Form der Inszenierung des Bürgertums. Das Auto wird zum Wohnzimmer und das Bild prägt die Gesellschaft, welche einer zunehmenden Motorisierung ausgeliefert ist, was auch eine Unfallzunahme mit sich brachte. Das Heilsversprechen war gestern in der Technik der Zukunft versteckt.

Mit der Entwicklung des Interstate Prinzips kommt auch das Autonome Fahren verstärkt in die Wahrnehmung in den USA. Autobahnfahrten werden mit der Vorstellung des (künftigen) Autonomen Fahrens erträglicher. Mit dem Ausbau der Vorstädte begann das Pendeln. Daher entwickelt sich die Vorstellung eines Leitdrahtsystems, ähnlich dem Zug mit einem Leitwagen. Tatsächlich testete GM an dieser Technik in den späten 50er Jahren. Das Projekt Firebird II & III.

Der erste Fahrassistent, der Tempomat wird 1954 in Magazinen als der Fortschritt gerühmt. Man spricht sogar von einem Autopiloten, für nicht mal 90 US-Dollar. Die Idee des gemeinsamen Zugs auf der Autobahn schwindet für den Individualverkehr. Der bekannte Autor Asimov veröffentlicht in den 50er Jahren seine Vorstellung von emotionalen Autos. Das Auto bekommt ein Eigenleben.

Das Bild vom Autonomen Fahren ändert sich in den letzten Jahren der 60er Dekade des 20. Jahrhunderts. Vor allem die Filme verweisen auf das Autonome Fahren. Erst wird es zum Helden durch Herbie, Dudu oder nicht zuletzt Knight Rider. Gleichzeitig entstehen Horrorfilme, in der der Mensch dem Auto unterlegen ist. Filme wie Duell, The Car und schließlich Christine sind Dystupien des Autonomen Fahrens. Das tötende Fahrzeug als Symbol für die Verkehrstoten.

Währenddessen entfernt sich die Autoindustrie von dem Autonomen Fahren, Umwelt und Sicherheit stehen im Vordergrund. Das Leitkabel verschwand und mit der Entwicklung von Mikroelektronik entstanden Sensoren für Autos. In den 70er Jahren kam der ABS. Standford forschte zu diesem Thema, was auch K.I.T.T. aus Knight Rider über sich sagte. Er ist ein Partner und schützt seinen Fahrer Michael Knight. Er kann umprogrammiert, also gehackt, werden und hat einen bösen Zwilling: KARR, der darauf programmiert ist, sich selbst statt andere zu schützen. In den Filmen der 90er Jahre ist der Mensch vom Fahren abgelöst..

1995 wird der ESP (Electronic Stability Control) entwickelt, der dieses Jahr zur Pflicht für Neuwagen geworden ist. 2004 bringt TomTom den ersten Navi auf den Markt. Die Filme jener Zeit sehen den Roboter ohne die nötigen Fähigkeiten, so ist das manuelle Fahren zwar unsicherer aber persönlicher und schneller. Autonome Fahrzeuge werden zu Symbolen der Überwachung und Kontrolle. In anderen Filmen wird das manuelle Fahren möglich und ist Symbol des Widerstands. Ein Sprachbefehl genügt und das vollautonome Auto ist im manuellen Modus. Beispiele sind die Filme: i Robot, Demoliton Man und Das fünfte Element. Offensichtlich vermittelt eine Fernsteuerung ein sicheres Gefühl und eignet sich als Fluchtwagen bei James Bond oder Batman.

In den 2000er Jahren wird es in Filmen nicht mehr vorkommen, vielleicht, so der Autor, ob der möglichen Realisierung. Allerdings kommt die HMI vermehrt vor. Nach seiner Ansicht ist gerade die Gefahr, der Reiz am manuellen Fahren. Es bedürfte eines kulturellen „Sich-fallen-lassens“ um das Vollautonome Fahren einzuführen. Vielleicht, so stellt er in Aussicht, sei die Personfizierung des Autos wie bei Siri eine Möglichkeit – Ein lebendiges Fahrzeug.

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