Kommentar: Wann wird es Autonomes Fahren geben?

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Wann wird das Autonomen Fahren Wirklichkeit werden und wo ist das Haupthindernis? Ein Kommentar.

In regelmäßigen Abständen gibt es Umfragen, sowohl unter der Bevölkerung, als auch bei den Fachleuten, wann das Autonome Fahren Wirklichkeit werde. Diese Frage steht meist in Verbindung, wer denn das Unternehmen sein wird, das die Technik zuerst einführt.

Rinspeed Konzeptcar fuer Autonomes Fahren

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Wer führt das Autonome Fahren zuerst ein?

Beides variierte in den letzten Jahren. Die Angaben, auf die Frage, wer das Autonome Fahren zuerst einführen würde, wechselten zwischen Google (heute Waymo), Tesla und den klassischen Autoherstellern. Doch ist die eigentliche Frage ist wann? Denn es gib so viele Marktteilnehmer, die alles ändern könnten. Es gibt Branchenteilnehmer, die ‚revolutionär‚ an die Sache herangehen. Sie wollen aus dem Stand auf die Vollautonomie kommen. Die meisten Autohersteller gehen das jedoch schrittweise oder ‚evolutionär‘ an.

Noch vor einigen Jahren war es vor allem Google, daher vielleicht auch der Eindruck zum Debüt, die den Druck erhöhten und das Jahr 2018 als Deadline für das Autonome Fahren ausgaben, obwohl auch andere Jahreszahlen zwischendurch auftauchten. Das wird nach heutiger Sicht der Dinge wohl nicht passieren. Obgleich man bereits begonnen hat, Teilautonome Fahrzeuge in den USA zum Verleih anzubieten.

2016 – Wir schreiben das Jahr der Teilautonomie in Serie und Hochautonomie in Sicht

Seit letztem Jahr gibt bereits Fahrzeuge der Teilautonomie in Serie; selbstverständlich im hochpreisigen Segment. In der SAE Klassifizierung ist das Level 2 bis 3. Das sind Autos mit Assistenzsystemen, die unter bestimmten Bedingungen das Fahrzeug übernehmen können. Dazu gehören Systeme, wie die Autonome Notbremse, der aktive Parkassistent oder das Steuern des Fahrzeugs auf der Autobahn, ohne dabei die Spur zu wechseln.

Mercedes-Benz E-Klasse zur Konferenz Amsterdam

Teilautonome Mercedes-Benz E-Klasse zur Konferenz Amsterdam.

Die Spur wechseln zu können ist denn auch gar nicht so einfach und fällt in die Kategorie Hochautonomie (Level 4). Dieses Szenario wird von vielen Hersteller um die 2020 oder etwas später vermutet. Manche Hersteller lassen Level 3 sogar aus, weil sie glauben, dass die Menschen sich zu sehr auf die Teilautonomen Systeme verlassen und zu unsorgsam damit umgehen. Ein tödlicher Unfall in einem Tesla mag davon zeugen. Inzwischen ist klar, dass das Auto sich korrekt verhalten hatte und angemessen vor der Gefahr warnte, was jedoch vom Fahrer nicht wahrgenommen wurde.

Und erst nach der Entwicklung und der Serienherstellung der Hochautonomen Fahrzeuge, schließlich muss man die Forschungskosten wieder erwirtschaften, kommt die Entwicklung der Vollautonomie. Die Künstliche Intelligenz hat der Entwicklung aber einen Schub gegeben, der erst nicht abzusehen war. Das ist wohl aber das Thema, der rote Faden, der digitalen Revolution.

Autonomes Fahren braucht Vernetzung – Kampf um Daten hat begonnen

Doch die Vernetzung und das versprochene 5G LTE ist noch nicht so umfassend, um das Autonome Fahren zu gewährleisten. Das mag am Kampf um die Daten liegen, die ja bekanntlich das Öl des Informationszeitalters sind. Aus Daten lässt sich Geld machen, das wollen sich die Autohersteller nicht nehmen lassen. Sie distanzierten sich erst von Android und Co. und wollen nun ihr eigenes Kartenmaterial, wo sie den Zug zum Betriebssystem bereits verpasst haben.

Datenkrake

Doch bei dem Kampf darf der Datenschutz nicht vergessen werden, der meines Erachtens kein Hemmnis, sondern vielmehr eine Gütesiegel ist. Auch wenn sich weite Teile der Welt noch keine Gedanken darum macht, wie in China beispielsweise, so wird das Thema zunehmend präsent – wohl auch in China, wie jetzt schon in den USA.

Von technischer Seite stellt die Anonymisierung auch kein Problem dar, sehr wohl aber für die Finanzinteressen mancher Unternehmen. Die anonymisierte Daten beeinträchtigen meines Erachtens nicht die Datenqualität. Doch lassen sich damit wesentliche Verkehrshemmnisse aus der Welt schaffen.

Ist das Problem, natürlich auch technisch, gelöst, könnte das Autonome Fahren Wirklichkeit werden. Da aber eine durchschnittliche Lebensdauer von einem Auto etwa 18 Jahre (2014) beträgt und bei Neuwagen sind es 9,3 Jahre (2017), dürfte sich das mit der Hochautonomie noch eine Weile hinziehen.

Der Überraschungseffekt

Es sei denn, es kommt ein neuer Akteur oder gar eine neue Technik oder Methodik auf, die alles ändern kann. So sind die Startups oder Neulinge in dem Segment nicht zu verachten. Denn es zählt vor allem Software, während die Hardware langsam günstiger wird. Aber auch in puncto Rechenkapazität gibt es natürlich Verbesserungen. So kommt vielleicht schon bald ein Quantencomputer? Ein Effekt dieses Ausmaßes könnte das Autonome Fahren in der Entwicklung stark beschleunigen.

Sollte es denn Fahrzeuge geben, die auf Bestellung vorbei kommen und mich wohin ich auch immer will, fahren können – dann wird m.E. das Privatauto bald ein Auslaufmodell sein. Der Abnehmer solcher Fahrzeuge betreibt dann Flotten – zunächst in größeren Städten, dann in kleinere Großstädte und so weiter. Schließlich wird auch das Landleben davon erreicht, schneller als man es erwarten würde, denn man spart mit Automatisierung und On-Demand Vernetzung auch Geld ein.

Fazit: Natürlich kann niemand sagen, wie sich die Zukunft gestaltet. Aber ich schätze aus den Berichten, die ich täglich dazu lese, dass das Autonome Fahren um das Jahr 2030 etabliert sein wird. Sollte es einen Beschleunigungseffekt geben, könnte ich mir vorstellen, dass es schon 2025 soweit sein kann.

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